Münster

Störerzimmer: Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft

Die Staatswaltschaft ermittelt jetzt wegen der Störerzimmer-Vorwürfe.

In der Notunterkunft des Landes in der Oxford-Kaserne gab es ein Störerzimmer. (Foto: Archiv)

Die Störerzimmer-Vorwürfe gegen die Betreuer der Notunterkunft für Geflüchtete haben nun ein juristisches Nachspiel. Nachdem das Netzwerk Kirchenasyl Strafanzeige erstattet hat, ermittelt nun die Staatsanwaltschaft. 

“Aufgrund der bei der Staatsanwaltschaft Münster eingegangenen Strafanzeige ist ein Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt eingeleitet worden”, erklärte ein Sprecher der Behörde auf Anfrage. Das Polizeipräsidium Münster sei daraufhin mit der Aufnahme der Ermittlungen beauftragt worden. Der Autor dieses Artikels ist in diesem Zusammenhang bereits befragt worden.

Das Netzwerk Kirchenasyl hatte kurz nach der Veröffentlichung unseres Berichts Strafanzeige gestellt. “Es braucht aus unserer Sicht eine lückenlose und entschiedene Aufklärung der Vorfälle”, sagte dessen Sprecher Benedikt Kern. “Da sich bisher alle Verantwortlichen geweigert haben, öffentlich einen Willen zur Aufklärung zu zeigen, ist es nun notwendig, dass die Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen weiter vorantreibt.”

Sowohl die Bezirksregierung als auch die Johanniter als Betreuer der Unterkunft hatten die gegen sie erhobenen Vorwürfe uns gegenüber zurückgewiesen. Letztere räumten die zeitweilige Existenz des Störerzimmers ein. Dieses Dementi bekräftigten sie nach der Veröffentlichung des Artikels auf diesem Blog in der darauf folgenden Berichterstattung gegenüber anderen Medien.

Störerzimmer bei Verstößen gegen Hausordnung

Das Sicherheitsunternehmen PMC Security verweigerte seinerzeit uns gegenüber eine Stellungnahme. Den “WN” sagte Geschäftsführerin Rita Lensker: “Ein solches Störerzimmer hat es nicht gegeben.”

In unserem ausführlichen Bericht hatten vier ehemalige Mitarbeitende der Notunterkunft schwere Vorwürfe gegen die Betreuungsorganisation und den Sicherheitsdienst erhoben. Geflüchtete, die gegen die Hausordnung verstießen, sollen für mehrere Stunden, in manchen Fällen über Tage, in einem separaten Raum untergebracht worden sein. Vor diesem – nicht verschlossenen – Störerzimmer wurde ein Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes postiert. Nach Ansicht der von uns befragten Rechtsexperten liegt hier bereits Freiheitsberaubung vor.


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Ein Kommentar

  1. Münster heißt jetzt Mordor.
    Bei der gesammelten Asozialität in Münster hat sie den Titel “Stadt der Freundlichkeit wirklich verdient. hahaha

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