Münster

Trendwende bei Immobilien? Nicht in Münster!

Miete und die Preise für Immobilien steigen in Münster weiter an. (Symbolbild/Tim Rechmann/CC BY 2.0)

Mieten und die Preise für Immobilien steigen in Münster weiter an. (Symbolbild/Tim Reckmann/CC BY 2.0)

Am Mittwoch hat das auf Immobilien spezialisierte Marktforschungsunternehmen F+B aufhorchen lassen: Erstmals seit 2005 sind die Mieten in Deutschland gesunken. Für Münster gilt das allerdings nicht.

“Hier kann in der deutschlandweiten Durchschnittsbetrachtung festgestellt werden, dass das Wachstum der Neuvertragsmieten aktuell eine Pause einlegt”, sagte F+B-Geschäftsführer Bernd Leutner laut einer Mitteilung des Unternehmens. Im Vergleich des letzten Quartals 2018 und des ersten Jahresviertels in 2019 gaben die Angebotsmieten um 0,3 Prozent nach. Dies war der erste Rückgang seit 2005, erklärte das Unternehmen – und schränkte zugleich ein: “Ob sich dieser Trend auch in den nächsten Quartalen festigt, ist wahrscheinlich eine der spannendsten Fragen der Wohnungspolitik überhaupt.”

In Münster jedenfalls kennen die Preise für Immobilien weiterhin nur eine Richtung: nach oben. Hier errechneten die Marktforscher 9,07 Euro Miete pro Quadratmeter. Ein Jahr zuvor waren es noch 8,82 Euro gewesen. Im ersten Quartal 2014 verlangten die Immobilienbesitzer bei Neuvermietungen noch 8,41 Euro.

Auch Eigenheime teurer

Auch in den anderen erfassten Kategorien ist keine Entlastung in Sicht. Bestandsmieten befanden sich bundesweit im Vergleich vom letzten zum vorletzten Quartal mit 0,4 Prozent in einer leichten Aufwärtsbewegung. Zum gleichen Vorjahreszeitraum betrug der Anstieg 1,4 Prozent und lag damit unterhalb der Dynamik der Neuvertragsmieten.

F+B sieht in dieser Entwicklung Belege für die sinkende Fluktuationsrate und eine insgesamt sinkende Umzugsbereitschaft der Mieter: “Wer umzieht, muss in der Regel je Quadratmeter mit einer deutlich höheren Miete rechnen. Anders ausgedrückt: Mobilität wird behindert, wenn nicht bestraft. Damit wird die Freisetzung von Wohnfläche beschränkt, was die Marktanspannung vergrößert”, erklärte Leutner.

Die Preise für die eigenen vier Wände steigen derweil ungebrochen an, obwohl die Behörden immer mehr Neubauten genehmigen. Ein Quadratmeter Eigentumswohnung in Münster veranschlagen die Forscher mit 3.622 Euro. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 3.508 Euro gewesen, im ersten Quartal 2014 gar nur 2.782 Euro.

Preise für Immobilien steigen auf lange Sicht

Perspektivisch ist keine Entlastung in Sicht, erklärte die Postbank erst kürzlich. In ihrem “Wohnatlas” prognostizierte sie für für Münster in dem Zeitraum bis 2030 ein jährliches reales Preiswachstum in Höhe von 1,06 Prozent. Die Inflation ist hier bereits rausgerechnet.

In mehr als der Hälfte der 401 deutschen Kreise und Städte können Haus- und Wohnungsbesitzer demnach davon ausgehen, dass ihre Immobilie bis mindestens 2030 real an Wert gewinnt. Ein Grund für die große Nachfrage am Wohnungsmarkt sind laut Postbank steigende Einwohnerzahlen in und um die Metropolen sowie in Süddeutschland. Die Studie zeige zugleich, dass die Preise auch jenseits der großen urbanen Zentren steigen und zahlreiche große und mittlere Städte längst Schauplätze des Immobilienbooms geworden sind – wie Münster.


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