Rathaus

SPD sagt nein zum Hafencenter – und präsentiert eine Alternative

Absage an das Hafencenter: SPD-Fraktionschef Michael Jung

Angesichts des Krachs zwischen CDU und Grünen ist die SPD in Sachen Hafencenter derzeit das Zünglein an der Waage. Deren Rats-Fraktionschef Michael Jung machte beim Pressegespräch am Donnerstag deutlich: Die vorliegenden Planungen werde seine Partei nicht mittragen. Stattdessen präsentierte er eine andere Idee.

“Stroetmann soll sich vom klassischen Einkaufszentrum an dieser Stelle verabschieden”, forderte Jung (Foto). Die Pläne für das Hafencenter müssten grundlegend überarbeitet werden. Ein “Markthallenkonzept”, so die Idee der SPD, habe sich in anderen Städten bewährt. Eine Einzelhandelssituation mit mehr Aufenthaltsqualität, aber weniger Verkehr schwebt dem OB-Kandidaten dabei vor. Kein klassischer “Regalsupermarkt”, sondern eine “hafentypischere Nutzung mit mehr Flair”.

“Nur so gelingt ein glaubwürdiger Neustart”, betonte Jung. Mit dem Hafencenter-Investor Stroetmann hat nach seinen Angaben bereits ein erstes Gespräch stattgefunden. Details seien freilich noch klären, es handele sich zunächst um einen “politischen Vorschlag”. Der wiederum ist im Grundsatz für die SPD nicht verhandelbar. “Wer unsere Zustimmung haben will, muss die Konzeption in diese Richtung verändern.”  

Hafencenter-Vorentscheidung im Rat

Zunächst wollen die Sozialdemokraten in der Sache weitere Gespräche führen. Dabei steht neben einer Einigung mit Stroetmann vor allem die CDU im Fokus. Die liegt derzeit mit dem grünen Koalitionspartner über Kreuz und hat bereits angekündigt, ihrerseits auf die SPD zugehen zu wollen.

Ungeachtet davon steht das Hafencenter am 11. Dezember im Rat auf der Agenda. Bis dahin müsste die Große Koaltion in der Sache stehen, um den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan zu fassen. Das folgende Verfahren dürfte bis 2021 andauern, schätzte Jung. Voraussetzung sei natürlich, dass bis zur nächsten Ratssitzung ein Konsens steht.

Terminhinweis: Am 19. November findet um 19.30 Uhr im Bennohaus eine Diskussionsverabstaltung der SPD zum Thema statt.


Die besonderen Geschichten aus Münster per Mail ins Postfach! Wir informieren Dich mit unserem Nachrichtendienst, wenn ein neuer Artikel online geht. Hier abonnieren:

Unser Newsletter enthält Informationen zu unseren journalistischen Produkten. Hinweise zum Datenschutz, Widerruf, Protokollierung sowie der von der Einwilligung umfassten Erfolgsmessung, erhaltet ihr in unserer Datenschutzerklärung.

  1. Das ist eine sehr gute Idee, Herr Jung. Eine Markthalle mit Erzeugern aus der Region, einem Fischhändler, mehreren Metzgern, das braucht mehr Einsatz als einfach ein paar tausend Quadratmeter Verkaufsfläche planen.

  2. Gibt’s sowas nicht schon zweimal die Woche auf dem Domplatz??? Die Frage ist doch: braucht das Viertel mehr Einzelhandel in welcher Form auch immer? Ich finde nicht….

  3. Das ist wirklich eine super Idee, gerade auch für Erzeuger aus der Region. Außerdem gab es damals dort auch schon innerhlab der ehemaligen OSMO Hallen einen freilich damals nicht ausgereiften Ansatz eines derartigen Konzeptes – soll heißen es gab schon einige Anbieter mit Wagen. Aber ein Konzept mit fest etablierten Verkausstellen einzelner regianaler Anbieter wäre schon klasse. So etwas gibt es in vielen Großstädten auf der Welt – ob Barcelona oder Hamburg, Las Palmas…. oder oder – gelebte und lebendige Urbanität mit Möglichkeiten den “Nachhaltigkeits”-gedanken auch vielschichtig zu besetzen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.