Münster

Münster bleibt Ex-Fahrradhauptstadt

Das Herz der Fahrradstadt Münster.

Münster muss sich erneut mit Platz zwei begnügen. (Foto: Archiv)

Münster muss sich auch in diesem Jahr mit dem zweiten Platz beim Fahrradklimatest des ADFC begnügen. Immerhin verbesserte sich die einstige Fahrradhauptstadt in der Gesamtwertung leicht.

In der Gesamtschau kam Münster demnach auf 3,17 Punkte und lag damit geringfügig über dem Ergebnis von vor zwei Jahren (3,25 Punkte). Auf Platz eins des Fahrradklimatests behauptete sich Karlsruhe vor Münster. Dahinter folgt in der Kategorie der Städte zwischen 200.000 und 500.000 Einwohnern Freiburg.

Die 1.450 Befragten attestierten Münster vor allem in den Bereichen “Abstellanlagen”, “Spaß oder Stress”, “Akzeptanz als Verkehrsteilnehmer” und “Werbung” Verbesserungen. Besonders hervor sticht die die Kategorie “Fahrradförderung”. Hier hatte die Stadt beispielsweise ein Förderprogramm für Lastenräder aufgelegt.

Verschlechterungen machten die Befragten bei den Themen “Sicherheit beim Radfahren”, der umstrittenen “Falschparkerkontrolle auf Radwegen”, “Ampelschaltungen für Radfahrende”, “Fahren im Mischverkehr mit Kfz” und “Breite der Radwege” aus.

Münster zum zweiten Mal in Folge auf Platz zwei

Beim letzten Fahrradklimatest 2018 war Münster erstmals nach langen Jahren auf den zweiten Platz verwiesen worden. Der negative Trand hatte sich bereits in den Vorjahren abgezeichnet. Kritik gab es seinerzeit vor allem in den Bereichen Infrastruktur und Komfort.

Nun aber sehen die Stadtoberen Münster wieder auf dem aufsteigenden Ast. “Wir haben in den letzten beiden Jahren viele Projekte angestoßen und umgesetzt”, erklärte Oberbürgermeister Markus Lewe in einer Pressemitteilung der Stadt. Dabei verwies er auf die Velorouten, neue Qualitätsstandards für Fahrradstraßen (u. a. flächige Roteinfärbung), die 27 Kilometer lange Kanalpromenade sowie auf kleinere Maßnahmen wie die Ampeltrittbretter. “Wenn wir so weitermachen, bin ich sehr optimistisch, dass wir beim nächsten Fahrradklima-Test wieder ganz oben auf dem Treppchen stehen.”

Noch nie haben nach ADFC-Angaben so viele Radfahrende in NRW über die Fahrrad-freundlichkeit ihrer Kommune abgestimmt: Von den bundesweit 230.000 Teilnehmenden stammen mehr als 60.200 aus NRW (2018: 41.000). Auch die Zahl der Städte und Gemeinden, die die erforderliche Mindestteilnehmerzahl erreichten, um in die Auswertung zu kommen, stieg von 169 in 2018 auf nun 246-.


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  1. Nach den subjektiven Eindrücken der an der Umfrage teilnehmenden Fahrradfahrer:innen liegt Karlsruhe vor Münster. Wenn man danach fragt, in welcher Stadt der Fahrradverkehr die größte Rolle spielt, sieht die Sache anders aus. In Karlsruhe beträgt der Fahrradverkehr am Gesamtverkehrsaufkommen 25 %. In Münster liegt er bei 40 %. Man sollte deshalb der fairnesshalber anmerken, dass bei so viel mehr Fahrradfahrer:innen die vorhandene Infrastruktur eher an ihr Limit kommt. Das freilich ist Grund, hier zu investieren. Zumal sich die Stadt das Ziel gesetzt hat – noch unter der schwarz-grünen Koalition übrigens – den Fahrrad-Anteil am Gesamtverkehr auf 50% zu steigern.

  2. Natürlich ist Münsters Anspruch der erste Platz und wenn man mal in anderen Städten Fahrrad fährt ist Münster im direkten Vergleich meistens besser. Selbst das Fahrradparkhaus am Bahnhof ist immer noch das größte in Deutschland und es ist schon über 30 Jahre alt. Das kann und darf aber nicht heißen, das Münster aufhören darf weiter die Verhältnisse für Fahrradfahrer zu verbessern. Ich habe auch das Gefühl, das der 2. Platz 2018 einige aufgeweckt hat. Es fühlt sich aber an einigen Stellen wie bei “Das leben des Brian” an:

    Was hat diese miese autofreundliche Stadtverwaltung in Münster je für uns Fahrradfahrer (in den letzten 3 Jahren) getan?

    – Lezenboxen der Stadwerke in Roxel, Albachten, Amelsbüren und Hiltrup
    – Lastenfahrrad-Zuschüsse

    Ja gut, Lezenboxen und Lastenfahrrad-Zuschüsse aber abgesehen davon was hat Münster je für uns Fahrradfahrer getan?

    – Velorouten,
    – neue Qualitätsstandards für Fahrradstraßen
    – Kanalpromenade
    – Ampeltrittbretter

    Na gut, das sollte man erwähnen, aber abgesehen davon was hat…

    – Die unterste Etage des Parkhauses am Bremer-Platz ist jetzt für Fahrräder
    – Am Hansator einsteht ein neues Fahrradparkhaus mir 2100 Stellplätzen

    ACH, HALT DIE KLAPPE!

  3. Bei den Velorouten und Fahrradstraßen kuscht man beim kleinsten Widerstand der Anparker.
    Das Parkhaus am Bremer-Platz geht mit dem Angebot (Stellplätze quarteilsweise buchbar) an den Bedürfnissen vieler vorbei. Was ist mit Tages- oder Wochenendpässen für die studentischen Wochenend-Auspendler?
    Und Ampeltrittbretter? Vielen Dank!

    Das FKT-Ergebnis zeigt klar auf, woran fehlt: Sicherheit. Und darin tut sich die Stadtverwaltung schwer, wie man an den immer wieder aufflammenden Diskussionen um die Fahrradstraßen, Tempo 30 und den Umgang mit Falschparkern sehen kann.

    Übrigens hat Frankfurt (Frankfurt!!) genau wegen des konsequenten Abschleppens und einer Fahrradstaffel, die diesen Namen verdient, beim FKT hinzugewonnen.

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