Rathaus

MBI fordert Rücktritt von Tsakalidis

Ärger in der MBI: Neu-Ratsherr Georgios Tsakalidis. (Foto: Archiv)

Will sein Mandat nicht an die MBI zurückgeben: Ratsherr Georgios Tsakalidis. (Foto: Münster Tube)

Nach dem offiziellen Austritt von Georgios Tsakalidis aus der „Münster Liste – bunt und international“ (wir berichteten) fordern die Mitglieder der kommunalen Wählervereinigung nun den Neu-Ratsherren zum Verzicht auf sein Ratsmandat auf. Der aber denkt gar nicht daran.

Die Mitgliederversammlung der Liste tagte am Sonntag und beschloss einstimmig, das Ratsmandat von Tsakalidis zurückzufordern.  “Die 1848 Wähler*innen in Münster haben nicht für eine Einzelperson votiert”, argumentierte die MBI in einer Pressemitteilung, “sondern für das Programm der Münster Liste – bunt und international”.

MBI-Vorstandsmitglied Werner Szybalski erklärt, dass die Ratskandidat*innen im Vorfeld schriftlich zugesichert hätten, dass sie ihr Mandat zurückgäben, wenn sie aus der Liste austreten sollten. Dies ist laut einem uns vorliegenden Protokoll der betreffenden Sitzung der Fall gewesen. Verfasser war übrigens Tsakalidis.

Eine Sache der Ehre

Am 11. November 2020 erfolgt die Vereidigung der neuen Ratsmitglieder. Spätestens zu diesem Zeitpunkt müsste Tsakalidis gegenüber Oberbürgermeister Markus Lewe den Verzicht auf die Annahme des von der Liste gewonnenen Ratsmandats erklären.

“Es ist eine Frage der Ehre”, mahnt Mitglied Pavel Volondarsky in der Pressemitteilung. 

Tsakalidis will Mandat behalten

Im Falle eines Verzichts von Seiten Tsakalidis ginge das Ratsmandat an dessen Kontrahenten und Listenzweitplatzierten Szybalski.

Aber Tsakalidis hat eigene Pläne: “Ich werde das Mandat als einziger “Kanake” im Rat ausüben u. die migrantischen u. solidarischen Interessen der Aktiven u. Geflüchteten mit aller Kraft vertreten”, twitterte der Einzelkämpfer am Montag. Zu seiner Erklärung bezüglich des Mandatsverzichts im Falle des Austritts aus der MBI schrieb er lediglich: “Das andere ist irrelevant.”


Anm.: Werner Szybalski ist Mitglied im Vorstand der MBI. Wir haben die missverständliche Formulierung “Kopf” gestrichen.


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Ein Kommentar

  1. Kleine Anmerkungen zum Beitrag:
    Gemeinsam mit Mats Reißberg bin ich nicht Kopf sondern Vorstandsmitglied der Münster Liste – bunt und international. Auch bin ich nicht der Kontrahent von Georgios, sondern lediglich der von ihm ausgesuchte Gegner in unserer Gruppe.
    Ich habe ihn im Januar angesprochen, ob er nicht bei uns mitmachen möchte. Nach 14-tägiger Bedenkzeit sagte er zu, wenn er bei uns Spitzenkandidat werden würde. Anstatt dass mich dies stutzig machte, freuten wir uns, denn das Ziel der Gruppe “Münster ist bunt!” war auch Politik für die Migrant*innen in Münster zu machen. Dafür brauchten wir Menschen mit entsprechenden Kontakten und aktueller Migrationserfahrung.
    Allerdings ist das Thema Migrant*innen, welches mit unserem Mandat nun ausschließlich vertreten werden soll, nur ein Teilbereich unseres auf den Säulen Nachhaltigkeit, Offenheit, Soziales und Basisdemokratie stehenden Programms.
    Die Münster Liste – bunt und international macht natürlich weiter. Wir werden so lange von außerhalb des Rates der Stadt Kommunalpolitik machen, bis wir unser verloren gegangenes Mandat, dass uns immerhin 1848 Wähler*innen in Münster verschafft haben, zurück bekommen haben.
    Herzliche Grüße
    Werner Szybalski, Vorstandsmitglied der Münster Liste – bunt und international

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