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Neu-Ratsherr Tsakalidis verlässt die MBI – und behält sein Mandat

Ärger in der MBI: Neu-Ratsherr Georgios Tsakalidis. (Foto: Archiv)

Ärger in der MBI: Neu-Ratsherr Georgios Tsakalidis. (Foto: Münster Tube/Archiv)

Die Kommunalwahl liegt nur wenige Wochen zurück, doch beim Rats-Neuling “Münster Liste – bunt und international” (MBI) gibt es bereits ein handfestes Zerwürfnis. Ratsherr Georgios Tsakalidis will aussteigen – sein Mandat aber möchte er behalten.

Für die angestrebte Fraktionsstärke hat es am Ende zwar nicht gereicht. Trotzdem zeigte sich MBI-Strippenzieher Werner Szybalski mit dem Ergebnis der Kommunalwahl zufrieden. Ein Mandat – und das aus dem Stand – sollte kein Grund zur Klage sein. Doch nun gibt es handfesten Ärger: MBI-Mitbegründer und Neu-Ratsherr Georgios Tsakalidis kündigte am Montagmorgen in einer uns vorliegenden Email die Spaltung der kommunalen Wählervereinigung an. Grund für das Zerwürfnis: interne Querelen.

Eine Spaltung der Liste sieht Szybalski nicht, da es keine kontroversen Diskussionen über politische Inhalte gegeben habe. Er kritisiert lediglich den internen Informationsfluss in Bezug auf die zurückliegenden Sondierungsgespräche mit den anderen Parteien. “Ich bin, wie die Mehrheit der Mitglieder, nicht informiert worden. Als Gruppe waren wir nicht beteiligt. Das war anders abgemacht”, beanstandet er.

Auch Tsakalidis kritisiert die Kommunikation: “Nicht eine Pressemitteilung ist mit mir abgesprochen worden”, beklagt er. Über die Sondierungsgespräche mit der ÖDP und Der Partei erzählt Tsakalidis, dass Szybalski sich ohne Absprache bei den Parteien gemeldet habe, um über eine mögliche Zusammenarbeit zu diskutieren.   

Tsakalidis will Mandat behalten

Die Ratskandidaten der Liste, so Szybalski, hätten nach internen Absprachen schriftlich zugesichert, dass sie ihr Mandat zurückgeben, falls sie die Wählervereinigung verlassen würden. “Sollte sich Tsakalidis im Alleingang entscheiden, das Ratsmandat zu behalten, käme das einer Austrittserklärung gleich.”

Der kontert mit den Worten: “Ich bin ja schon vorher ausgetreten. Genauso wie etwa sieben Leute nach und acht Leute vor mir.” Formell gebe es die MBI vielleicht noch, aber de facto sei sie Geschichte, schimpft er. Szybalski habe sich durch “undemokratische Hinterzimmerpolitik hervorgetan”.

Er habe beispielsweise nach dem Besuch von Peter Todeskino eine Pressemitteilung mit einem medienwirksamen Foto von sich und dem Oberbürgermeisterkanditaten der Grünen veröffentlicht und diesem die Unterstützung der MBI zugesichert. “Das ist so nicht abgesprochen worden”, erläutert der Ratsherr.

Was das Fass aber zum Überlaufen gebracht habe, sei, so Tsakalidis, “dass Szybalski ihn und viele weitere Kollegen aus dem MBI-Mailverkehr gezogen” habe.

Nächster Versuch in 2025

Tsakalidis blickt trotz der Erschütterungen optimistisch in die Zukunft: “Ich werde das Mandat alleine tragen und als Listenunabhängiger ausüben. Wie ich vorher gesagt habe, werde ich den Migrant*innen eine laute, kompetente Stimme geben.”

Was die Zukunft der “Münster Liste – bunt und international” angeht, liebäugelt Szybalski mit den nächsten Kommunalwahlen: „Ich bin mir sicher dass die MBI 2025 antreten wird – auch wenn Georgios geht.“ Nur die erforderlichen Unterstützerunterschriften müsste die Wählervereinigung erneut sammeln.


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