Münster

Impfzentrum: Nicht alle bekommen die begehrte Spritze

Das hiesige Impfzentrum in der Halle Münsterland. (Foto: Stadt Münster)

Das hiesige Impfzentrum in der Halle Münsterland – hier auf einer Aufnahme aus dem vergangenen Februar. (Foto: Stadt Münster)

Die Corona-Impfkampagne nimmt zunehmend Fahrt auf und immer mehr Menschen möchten sich den begehrten Piks sichern, der Schutz gegen Covid-19 verspricht. Doch nicht alle haben derzeit einen Anspruch darauf – das Impfzentrum in Münster weist täglich Menschen ab.

“Eine kleine zweistellige Zahl muss im Schnitt täglich am Impfzentrum abgewiesen werden”, erklärte die Pressestelle der Stadt auf Anfrage. Es komme zuweilen vor, dass sich Personen bewusst mit falsch gemachten Angaben, etwa zu Alter oder Beruf, in den Terminbuchungsportalen um einen vorzeitigen Impftermin bemühen. Dabei handele es sich jedoch um “Einzelfälle”.

Diese Personen erhalten dann keine Impfung. An der Pforte müssen alle Impfwilligen ihre Berechtigung nachweisen. Dabei kann schon ein Personalausweis reichen, um das Alter zu belegen. Auch eine entsprechende Bescheinigung des Arbeitgebers oder des Arztes wird akzeptiert. Grundsätzlich aber gilt: kein Nachweis, keine Impfung. Dabei handelt es sich laut Stadt in den seltensten Fällen um so genannte “Vordrängler”, sondern oftmals um “schwierige Grenzfälle” – anders als in der Vergangenheit.

Das Problem nimmt zu

Größer hingegen sei die Gruppe der Menschen, die fälschlicherweise davon ausgehen, dass sie impfberechtigt wären. “Dies sorgt derzeit vermehrt zu Irritationen und entsprechender Enttäuschung am Eingang des Impfzentrums”, teilte die Stadt mit.

Tatsächlich gibt die Impfpriorisierung vor, wer wann impfberechtigt ist. Folgte sie zu Beginn einem mehr oder minder klaren Muster – zuerst jene, die besonders gefährdet sind und die, die sie betreuen – ist das Schema heute in bestimmten Fällen nicht immer eindeutig. Hinzu kommt, dass die einzelnen Gebietskörperschaften ein unterschiedliches Tempo an den Tag legen. Wer derzeit im Kreis Coesfeld an der Reihe wäre, ist dies vielleicht (noch) nicht in Münster.

Trotzdem scheint die hiesige Situation noch vergleichsweise komfortabel. Das Fernsehmagazin “Report Mainz” berichtete zu Beginn der Woche, dass das Problem mit Impfvordränglern zunimmt. In Saarbrücken zum Beispiel werden demnach bis zu 140 Vordrängler in der Woche erwischt, in München sind es bis zu 350. Das Hamburger Impfzentrum meldet zuletzt sogar 2000 Vordrängler in einer Woche.

“Die Stimmung wird aggressiver”, sagte der Sprecher der Sozialbehörde Hamburg, Martin Helfrich, dem Magazin. “Den Menschen ist teilweise sehr klar, dass sie nicht berechtigt sind und trotzdem versuchen sie, sich impfen zu lassen.” Weil Geimpfte jetzt mehr Rechte zurückbekommen, könnte das Problem noch größer werden, warnen Experten.

Dunkelziffer im Impfzentrum?

Gleichzeitig stellt sich die Frage, inwieweit Unberechtigte überhaupt im Impfzentrum auffallen. “Report Mainz” machte vor allem die Regelung, Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen oder Schwangeren vorzuziehen, als Einfallstor für Impfvordrängler aus. In beiden Fällen können die Betroffenen zwei Kontaktpersonen angeben, die dann eine Impfung erhalten. Doch nach Recherchen des Magazins erfolgen keine Abgleiche darüber, wie viele Personen bereits benannt wurden. In Münster reichen bei den Kontaktpersonen von Schwangeren etwa ein ausgefülltes Formular und eine Kopie des Mutterpasses aus, um im Impfzentrum vorgelassen zu werden.

Zu befürchten haben Impfvordrängler übrigens nichts, erklärte die Stadt: “Außer der Abweisung am Impfzentrum hat dies keine Konsequenzen für diese Personen, da das ‘Erschleichen’ eines Impftermins beziehungsweise der Versuch derzeit keine Straftat oder Ordnungswidrigkeit darstellt.”


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  1. …ich bin irritiert. Ist das, was täglich auf epchtimes.de veröffentlicht wird unwahr?
    Scheinbar ja, sonst würde sich zu diesem Zeitpunkt kein Mensch freiwillig impfen lassen.

  2. …ich bin irritiert. Ist das, was täglich auf “epchtimes” veröffentlicht wird unwahr?
    Scheinbar ja, sonst würde sich zu diesem Zeitpunkt kein Mensch freiwillig impfen lassen.

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