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Hafencenter wird Hafenmarkt-Halle: CDU, SPD und Stroetmann einigen sich

Kommt hier bald der Hafenmarkt?

Das Hafencenter war gestern, jetzt kommt der Hafenmarkt: Die von der SPD ins Spiel gebrachte Idee einer Markthalle nimmt konkrete Züge an. Der Investor Stroetmann hat seine Planungen nun angepasst. Auch die CDU signalisierte bereits Zustimmung für die kommende Ratssitzung.   

“Die SPD will im Gegensatz zu den Grünen keine Bauruinenpartei sein”, erklärte CDU-Ratsfraktionschef Stefan Weber in einem Statement am Dienstag. Die Überlegungen der Sozialdemokraten passten nach seiner Ansicht auch zu den modifizierten Plänen von Stroetmann.

SPD-Fraktionschef Michael Jung hatte kürzlich ein Markthallen-Konzept als Alternative zu den bestehenden Planungen eines Einkaufszentrums ins Spiel gebracht. Zugleich machte er eine Veränderung des Konzeptes in diese Richtung für eine Bedingung für die Zustimmung seiner Partei. Gleiches gilt für die Aufstellung einer Milieuschutzsatzung für das Hansa- und Hafenviertel.

Damit hat er sich nun augenscheinlich durchgesetzt, denn die CDU ist auf die Stimmen der SPD angewiesen. Deren Koalitionspartner lehnt das Projekt nach wie vore ab. Weber bedauerte, dass Münsters Grüne leider nicht über die politische Kraft verfügten, an der Beendigung des Dilemmas und der Abwendung eines erheblichen Ansehensverlustes für Münster mitzuwirken.

Hafenmarkt in nächster Ratssitzung Thema

Derweil hat die Stadt Münster mitgeteilt, dass Stroetmann die Planungen nochmals für den Hafenmarkt überarbeitet habe. “Eine Markthalle soll nunmehr die Einzelhandelsflächen ergänzen und ein neues Nahversorgungsangebot schaffen, bei dem Waren an unterschiedlichen Marktständen auch direkt vor Ort verkostet und verzehrt werden können.” Das Stadtplanungsamt habe hierzu die Vorlage für einen Aufstellungsbeschluss angepasst. Diese wird dem Rat am 11. Dezember vorgelegt.

Die Stadtverwaltung begrüße die nun vollzogenen Änderungen beim Hafenmarkt und empfiehlt in der Vorlage, das Verfahren einzuleiten.

Rainer Bode von den Gegnern des Projekts bekräftigte seine Ablehnung auf Anfrage.

So könnte der Hafenmarkt aussehen. (Grafik bereitgestellt von Stadt Münster)
So könnte der Hafenmarkt aussehen. (Grafik bereitgestellt von Stadt Münster)

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Ein Kommentar

  1. Ich verstehe diesen “Markt” nicht… In vielen Köpfen scheint sich ein Wochenmarkt unter einem Hallendach abzuspielen, wo lokale Erzeuger*innen und Händler*innen direkt ihre Waren zum Verkauf anbieten und in Baumwollbeutel oder Papiertüten abpacken… So soll es sich wahrscheinlich auch anfühlen. Dennoch handelt es sich doch hier eigentlich nur um einen großen Supermarkt, der vermeintlich ein Markt-“Feeling” vermittelt und aus irgendeinem Grund noch zusätzlich gastronomische Angebote “zum Direktverzehr” schafft?
    Ich verstehe nicht was hieran jetzt “heilend” für den Bebauungsplan und seinen dicken Mängelkatalog sein soll… Was hilft ein mehr an Entertainment, Snackbars und vermeintlichem Hallengefühl gegen die juristisch festgestellten Mängel (sowie alle Mängel die in der OVG-Verhandlung besprochen wurden und welche es nur aus pragmatischen Gründen nicht ins Urteil geschafft haben, weil dies schon ausreichend begründet war…). Was ist mit dem Verkehrsgutachten, was ist mit der träumerischen Schönrechnung des Modal Split darin? Wie steht es um die vertraglichen Konditionen der Tiefgarage? Ist die Verwaltung entgegen des Präzedenzfalls des 1. B-Plans diesmal in der Lage die Volksvertreter*innen zur Beschlussfassung korrekt zu informieren und aufzuklären statt ihre Nachfragen falsch zu beantworten? Denn letzteres war nunmal Klagepunkt Nummer 1, wer das leugnet ist realitätsfremd.
    Spannend, spannend, spannend.
    Und auch traurig. Traurig, dass die Bedarfe des Quartiers und der Anwohner hinter einer politischen Hau-Drauf-Partie verschwinden. Ganz schnell wird die “Partei der Bauruinen” ausgerufen und man vergisst zu fragen, ob denn die aktuelle Bauruine nicht vielleicht eher zurückzuführen ist auf das chronische Durchdrücken einer Planung durch alle Prozesse in Politik, Bürgerschaft, Verwaltung und Rat, gepaart mit einem erstaunlichen unternehmerischen Risiko ein beklagtes Projekt als Rohbau hochzuziehen…

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