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Gericht kippt Vorzeige-Projekt von Stadtbaurat Denstorff

Stadtbaurat Robin Denstorff auf einer Veranstaltung im Februar 2020.

Stadtbaurat Robin Denstorff auf einer Veranstaltung im Februar 2020.

Als Stadtbaurat Robin Denstorff vor knapp vier Jahren seine Stelle in Münster antrat, hatte er vor allem ein Projekt vorzuweisen. Bei seiner vorherigen Station in Remscheid stellte er wesentliche Weichen für ein 165 Millionen Eure schweres Outlet-Center. Den Bebauungsplan allerdings kippte jetzt das Oberverwaltungsgericht.

Große Bauprojekte rufen nicht selten Widerstand hervor. In Münster können die Gebrüder Stroetmann mit dem Hafencenter ein Lied davon singen. In Remscheid hingegen hängt neuerdings ein noch größeres Projekt am seidenen Faden. Das Oberverwaltungsgericht in Münster kippte Ende Oktober den Bebauungsplan für das geplante Designer Outlet Center (DOC).

Ein Anwohner hatte geklagt, er fürchtete mehr Verkehr und Luftverschmutzung durch den Shopping-Tempel. Die Richter hingegen kritisierten die zahlenmäßige Festlegung auf ein einziges Einkaufszentrum und die Vorgabe, dass die Einzelhandelsfläche vor allem im Erdgeschoss angesiedelt werden soll.

Das DOC in dem Stadtteil Lennep beschreibt die Stadt selbst als “Jahrhundertprojekt”. Auf 20.000 Quadratmetern Verkaufsfläche – das entspricht ungefähr der Dimension der Münster Arkaden – sollen Markenhersteller ihre Sortimente ab 2023 zu vergünstigten Preisen anbieten. Das Investitionsvolumen beträgt rund 165 Mio. Euro, heißt es auf der Webseite zum Projekt. Dahinter steht das Unternehmen McArthurGlen, das in Europa 24 Center in neun Ländern betreibt – u. a. in Ochtrup.

Denstorff stellte die Weichen

Denstorff hatte das Projekt bei seinem Antritt in Remscheid im Juni 2015 “geerbt”, dann aber energisch vorangetrieben. Die “Rheinische Post” sprach gar vom “zentrale Akteur in den Planungen zum Millionenprojekt”. Noch unter seiner Ägide verabschiedete der Remscheider Rat den Bebauungsplan, kurz nach seinem Abgang im Frühjahr 2017 erteilte die Stadt die Baugenehmigung.

In Remscheid gibt es derweil politische Rückendeckung für eine Revision vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig, schreibt die “Rheinische Post”. Ein Happy End ist also nicht ausgeschlossen.

Denstorff selbst wollte sich auf Anfrage nicht zu dem Projekt äußern.


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