Stadtgeschichte(n)

Nach Strafandrohung: Doppellecker-Doppeldecker räumt das Feld – vorerst

Seit Sonntagabend verwaist: der Parkplatz des Doppellecker-Doppeldeckers.

Seit Sonntagabend verwaist: der Parkplatz des Doppellecker-Doppeldeckers am Hafen in Münster.

Seit Sonntagabend ist Schluss – vorerst zumindest. Der Doppellecker-Doppeldecker ist vom Hafenbecken verschwunden. Doch Besitzer und Gastronom Michel J. Malcin will wiederkommen.

“Ich gebe noch nicht auf”, erklärte Malcin am späten Sonntagabend in einem Video, das er bei Facebook veröffentlicht hat. Doch vorerst müsse er den Platz am Nordrand des Hafenbeckens räumen, wo er seit Anfang Oktober in dem weithin sichtbaren, restaurierten Doppeldecker-Bus ein Café betrieb.

Das wiederum dürfe er an dieser Stelle nicht, erklärte das Tiefbauamt (wir berichteten) jüngst. Der Kern des Problems: Handelt es sich bei dem restaurierten Doppeldecker, 1960 gebaut und dann 18 Jahre lang als Linienbus im damaligen West-Berlin im Einsatz, um eine Immobilie? Oder ist das Café auf vier Rädern ähnlich zu betrachten wie beispielsweise ein Marktstand, der nur vorübergehend an einem Ort bleibt? In einem solchen Fall gelten wiederum andere Vorgaben.

“Die Aufstellung des Busses wäre genehmigungsbedürftig, ist aber an dieser Stelle nicht genehmigungsfähig”, teilte die Pressestelle der Stadt schon in der letzten Woche auf Anfrage mit. Ein solcher Betrieb widerspreche den Vorgaben des Bebauungsplanes für dieses Gebiet. Hierin ist geregelt, welche Art von Nutzung in welchen Bereichen gestattet ist.

Doppellecker-Besitzer will wiederkommen

“Das ist nicht wahr, wenn man sagt, wir können das nicht genehmigen”, erklärte dagegen Malcin. Nach seiner Ansicht handelt es sich bei dem Doppellecker-Doppeldecker nicht um eine Immobilie, da der Bus nicht permanent dort parke und er ihn abends immer wieder in die Garage fahre.

Letztlich drohte die Verwaltung nach Angaben von Malcin mit einem Zwangsgeld von bis zu 50.000 Euro und Beugehaft. Der Gastronom habe das Gespräch mit der Stadt gesucht, aber keine Rückmeldung erhalten.

Angesichts der im Raum stehenden Strafandrohungen räumte die Doppellecker-Crew nun das Feld. “Ich traue mich gerade nicht, gegen die Stadt vorzugehen”, sagte Malcin. “Ich hoffe, dass ich bald wiederkommen kann.”


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