Stadtgeschichte(n)

Tiefbauamt: Der Doppellecker-Doppeldecker soll vom Hafen verschwinden

Michel J. Malcin ist Betreiber des Doppellecker-Doppeldeckers.

Hat Ärger mit dem Tiefbauamt: Michel J. Malcin, Betreiber des Doppellecker-Doppeldeckers am Hafen.

Seit Anfang Oktober hat der Hafen ein neues optisches Highlight. Der restaurierte Doppeldecker-Bus mit dem Namen Doppellecker ist derzeit Hingucker und Publikumsmagnet an der Nordseite. In dem Gefährt betreibt der Gastronom Michel J. Malcin ein Café, das der Stadt ein Dorn im Auge scheint.

Das Tiefbauamt hat den Unternehmer in der letzten Woche aufgefordert, seine Geschäfte an der Hafenkante zu unterlassen – und Zwangsmaßnahmen angedroht. “Wir müssen innerhalb von fünf Tagen weg sein”, berichtet Malcin von dem Brief aus dem Stadthaus. Er hingegen möchte sein gastronomisches Angebot an Ort und Stelle erhalten.

Der Kern des Problems: Handelt es sich bei dem restaurierten Doppeldecker, 1960 gebaut und dann 18 Jahre lang als Linienbus im damaligen West-Berlin im Einsatz, um eine Immobilie? Oder ist das Café auf vier Rädern ähnlich zu betrachten wie beispielsweise ein Marktstand, der nur vorübergehend an einem Ort bleibt? In einem solchen Fall gelten wiederum andere Vorgaben.

“Die Aufstellung des Busses wäre genehmigungsbedürftig, ist aber an dieser Stelle nicht genehmigungsfähig”, teilte die Pressestelle der Stadt auf Anfrage mit. Ein solcher Betrieb widerspreche den Vorgaben des Bebauungsplanes für dieses Gebiet. Hierin ist geregelt, welche Art von Nutzung in welchen Bereichen gestattet ist.

Doppellecker ein Fall für das Gericht?

Malcin kann den Einwand des Amtes nicht nachvollziehen. Der Bus stehe zwar an den meisten Tagen auf der gemieteten und in Privatbesitz befindlichen Fläche am Hafen, werde nachts aber in die Garage gefahren. Zudem ist der Doppellecker-Bus auch auf Märkten und Festivals zu finden. Von Immobilie könne deswegen keine Rede sein, ist der Gastronom überzeugt.

Eine Online-Petition in eigener Sache hat er bereits gestartet und viel Zuspruch sowohl vor Ort als auch im Social Web erfahren. Malcin will nun zunächt das Gespräch mit der Stadt suchen. Aber: “Im Zweifelsfall gehen wir vor Gericht.”


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