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Die Elektro-Tretroller kommen – Münster wappnet sich bereits

Elektro-Tretroller Symbolbild (Foto: Tim Reckmann/CC BY 2.0)

Elektro-Tretroller Symbolbild (Foto: Tim Reckmann/CC BY 2.0)

Am Freitag ist es soweit: Dann wird der Bundesrat aller Voraussicht nach Elektro-Tretroller auf Deutschlands Straßen zulassen. Die Stadt wappnet sich bereits für die neuen Vehikel. Hier hat sie vor allem ein Problem im Blick, das bereits von den Fahrrädern bekannt ist.

“Die Stadt Münster wird voraussichtlich zehn Abstellflächen für Verleihfirmen anbieten, die wettbewerbsneutral allen potentiellen Anbietern zur Verfügung stehen”, teilte die Verwaltung auf Anfrage mit. Zuvor hatte die Nachrichtenagentur “dpa” berichtet, dass diverse NRW-Städte in Verhandlungen mit Unternehmen stehen, die Elektro-Tretroller verleihen. Die Anbieter wollen schon bald auf dem deutschen Markt Fuß fassen.

Nach unseren Informationen hat die Verwaltung auf der Suche nach passenden Abstellflächen für die Elektro-Tretrollen bereits die Betreiber der Radstationen in Münster angefragt. Das hat einen konkreten Hintergrund: “Wo öffentlicher Platz knapp ist, wird ein Bündeln der Miet-Fahrzeuge von unterschiedlichen Anbietern unumgänglich”, sagte Städtetags-Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy der “dpa”. Mit flexiblen Fahrrad-Verleihsytemen haben einige Städte in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen gemacht. Mitunter ramponierte und herrenlose Zweiräder blockierten Rad- und Gehwege.

Auch die Elektro-Tretroller können später aller Voraussicht nach geliehen werden. Diverse Anbieter haben bereits ihr Interesse bekundet. Hier zahlt der Nutzer pro Fahrt und je nach Fahrtdauer eine Gebühr. Die Zahlungs- und Leihmodalitäten laufen über eine App – so ist zumindest das Prozedere im Ausland, wo die Flitzer vielerorts erlaubt sind. Schattenseite des Hypes um die Elektro-Tretroller: Die Zahl der Unfälle nahm stellenweise deutlich zu, so dass die Behörden die Verkehrsvorschriften teils drastisch verschärften.

ADFC befürwortet Elektro-Tretroller

“Weitere Fahrzeuge auf den schon jetzt unterdimensionierten Radwegen erhöhen die Gefahr”, gibt Andreas K. Bittner, Chef des hiesigen ADFC, zu bedenken. Grundsätzlich befürworten die Fahrrad-Lobbyisten die Elektro-Tretroller – doch sie sehen die Stadt in der Pflicht: “Auch Münster muss jetzt und konsequent damit anfangen, den Platz mutig neu aufzuteilen, um den Auto-Alternativen eine Chance zu geben. Dabei ist es vorausschauend, schon im Vorfeld weitere Konflikte um Park- und Stellflächen zu vermeiden.”

Konflikte könnte es auch an anderer Stelle geben. Elektro-Tretroller, die weniger als zwölf Kilometer pro Stunde schaffen, dürfen auf den Gehwegen fahren. Die schnellere Variante mit bis zu 20 km/h Maximalgeschwindigkeit muss sich den Platz mit den Radfahrern teilen. Und der ist in Münster bekanntlich eher knapp bemessen.


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