Rathaus

B-Side will nicht aufgeben – trotz Gegenwind aus dem Rathaus

Die B-Side will ihr Projekt im Hill-Speicher weiter vorantreiben. (Foto: Archiv) 

Die B-Side will ihr Projekt im Hill-Speicher weiter vorantreiben – unter einer Bedingung. (Foto: Archiv) 

Der Unmut bei der B-Side ist nach wie vor groß: In der letzten Woche hatte der Stadtrat beschlossen, das Projekt in städtischer Trägerschaft umzusetzen – und die Initiative damit vor den Kopf gestoßen. Die will nun um das Projekt kämpfen.

“Wir wollen versuchen, das Projekt auch unter veränderten Bedingungen erfolgreich umzusetzen”, erklärte B-Side-Geschäftsführer Tobias Stroppel auf Anfrage. Der Verein hatte das Thema am letzten Freitag im Rahmen der Jahreshauptversammlung besprochen. “Wir wollen aber, bevor irgendetwas weitergeht, eine verbindliche Rahmenvereinbarung mit der Stadt schließen, unter welchen Bedingungen die Initiative sich das vorstellen kann.”

In der letzten Woche hatte die B-Side in einer Pressemitteilung überraschend das gesamte Projekt in Frage gestellt. Der Auslöser hierfür war ein Haushaltsbegleitantrag des schwarz-grünen Ratsbündnisses, das das Projekt in städtischer Trägerschaft realisieren möchte.

“Problematisch ist, dass nach vier Jahren gemeinsamer Gespräche nun ein Weg über unsere Köpfe hinweg beschlossen wurde, in welchem die Konsequenzen für das Projekt bislang unklar sind”, erklärte die B-Side am Donnerstag auf ihrer Facebook-Seite. “Uns liegt nach wie vor keine Begründung vor, woraus sich die Notwendigkeit für einen neuen Plan ergeben hat.”

OB Lewe fordert Gerechtigkeit

“Zur Sicherung des Projekts”, hieß es seinerzeit bei der Pressestelle der Stadt. Eine Prüfung der Verwaltung hatte Zweifel aufgeworfen, ob die B-Side den Umbau des Hill-Speichers in Eigenregie stemmen könnte. Diesem Votum folgte die Ratsmehrheit.

In einer Pressemitteilung der Stadt vom Montag ist der Spin hingegen ein etwas anderer: “Im Sinne der Gleichbehandlung mit anderen Kulturinitiativen und Vereinen müssen wir diesen Weg einschlagen”, wird Oberbürgermeister Markus Lewe hier zitiert. “Mit der Entscheidung des Rates ist eine gute Lösung gefunden worden, um das Projekt B-Side möglich zu machen – und zwar dauerhaft.”

Der Eigenanteil der Stadt beträgt nunmehr 3,06 Mio. Euro und damit doppelt soviel wie ursprünglich geplant. 4,59 Mio. Euro Fördergelder kommen aus der Städtebauförderung des Landes. “Mit diesem Ratsbeschluss bekommt das Projekt B-Side nun endlich eine sichere finanzielle Basis”, erklärt Stadtbaurat Robin Denstorff in der PM. “Das entlastet den Verein B-Side, der ursprünglich die fehlenden 1,5 Millionen aus eigenen Mitteln hätte aufbringen müssen.”

B-Side: Haben das Geld fast zusammen

Die Rechnung der Stadt ist aus Sicht der B-Side nicht korrekt: Nach ihren Angaben sollte das Land 60 Prozent der investiven Kosten im Rahmen des Förderprogramms “Initiative Ergreifen” übernehmen. 20 Prozent hätte die Stadt beigesteuert, weitere 20 Prozent die Initiative.

Vom besagten Eigenanteil hatte die B-Side 600.000 Euro Direktkredite von Bürgern, 200.000 Euro an Spenden, 100.000 Euro an baulicher Eigenleistung und 500.000 Euro als Hypothekendarlehen gesichert. “Hierfür lagen entsprechende Zusagen vor, es hatten allein noch 75.000 Euro an Spenden gefehlt, welche wir bis zur Eröffnung hätten einwerben müssen.”

Im neuen Jahr will die B-Side den Gesprächsfaden, wie von der Stadt in Aussicht gestellt, wieder aufnehmen. Eine Bedingung: “Die Umsetzung hängt jetzt wesentlich davon ab, ob die zukünftige Ausgestaltung wieder partnerschaftlich, vertrauensvoll und auf Augenhöhe verhandelt wird”

 


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