Münster

Südviertel: Kirche verwehrt Standort für Anti-Rassismus-Aktion

Der Kirchplatz der St.-Joseph-Kirche sollte als Ort für die Aktion der "Initiative Südviertel" dienen.

Der Kirchplatz der St.-Joseph-Kirche sollte als Ort für die Aktion der “Initiative Südviertel” dienen.

Im März wollte die “Initiative Südviertel” im Rahmen der internationalen Wochen gegen Rassismus einen Workshop zur Aufklärung über Rassismus veranstalten. Dafür hatte sie als Ort den Kirchplatz der dort zentralen St.-Joseph-Kirche gewählt – wenn die Gemeinde nicht einen Strich durch die Rechnung gemacht hätte.

Die “Initiative Südviertel” hätte im März auf dem zentral gelegenen Kirchplatz der St.-Joseph-Kirche einen Workshop im Rahmen der Wochen gegen Rassismus, an der sich auch die Stadt Münster jährlich beteiligt, veranstaltet. Geplant war dafür ein Pavillon, an den interessierte Bürger*innen einen ausgefüllten Zettel mit ihrer Antwort auf die Frage “Warum ich von einer Welt ohne Rassismus träume” befestigen könnten. Diese Aktion hat die St-Joseph-Gemeinde allerdings nicht erlaubt. Begründung: Die Aktion richte sich konkret gegen eine Partei.

In einem offenen Brief mit dem Titel “Warum schweigt die Kirche?” hatte sich die “Initiative Südviertel” bereits in März an die Gemeinde gewandt. Eine Reaktion an die Initiative blieb jedoch bis jetzt aus. Der Pfarrer der St.-Joseph-Gemeinde, Dr. Stefan Rau, wollte auf eine Anfrage unsererseits keine Stellung beziehen. Unmittelbar vor Pfingsten, Erstkommunion, neuen Maßnahmen im Hinblick auf Covid-19 und der Fusion mit einer weiteren Gemeinde sei “dieses Thema vom Jahresanfang z.Zt. für mich einfach nicht dran”, teilt er schriftlich mit.

Geschichte wiederholt sich

Auf Nachfrage teilt uns das Bistum Münster mit, dass die Pfarrei St. Joseph Münster-Süd “ihren Grund grundsätzlich politischen Parteien und Gruppen nicht zur Verfügung” stelle. Die Gemeinde habe sich aber “durch viele Aktionen und Aussagen immer klar und eindeutig gegen Rassismus positioniert”, heißt es.

Ein ähnliches Ereignis gab es nach Angaben der Initiative, die regelmäßig gegen die Präsenz der AfD im Viertel demonstriert, allerdings schon einmal. Die Initiative sei für das Südviertelfest ausgeladen worden, ein “politischer Auftritt” sei dort nicht erwünscht. Der Initiative wurde auf den Einwand hin, dass dort auch politische Parteien (genannt wurden CDU, SPD, ÖDP) vertreten seien, gesagt, dass die Parteien dort “höchstens Würstchen grillen”.

Das Südviertelfest wird zwar vom Südviertelbüro organisiert – die St.-Joseph-Gemeinde ist aber unter anderem Träger des Büros. “Wir haben das Gefühl, dass es doch eine große Angst gibt, zu sehr aus der bequemen Situation herauszufallen, dass die AfD bis jetzt politisch im Südviertel noch nicht allzu groß in Erscheinung getreten ist”, so die Initiative.


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Ein Kommentar

  1. Schön das die Kirche zu ihren menschenfeindlichen Wurzeln zurückkehrt. Dieses unglaubwürdige kritische war doch sowieso nicht glaubhaft.

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