Münster

Spuck-Attacke: Loop erzürnt Taxifahrer

Der neue Mobilitäts-Dienstleister Loop sorgt für Ärger bei den Taxifahrern.

Der neue Mobilitäts-Dienstleister Loop sorgt für Ärger bei den Taxifahrern. (Foto: Stadtwerke Münster)

Zwischenfall auf der Marktallee: Ein Taxifahrer hat einen Mitarbeiter des neuen Mobilitätsdienstes Loop am Wochenende beleidigt und bespuckt. Dahinter steckt die Sorge vor neuer Konkurrenz.

Die Stadtwerke Münster und die Taxizentrale bestätigten am Montag einen entsprechenden Vorfall auf Anfrage. Zuvor hatte eine Userin bei Facebook berichtet, ein Taxifahrer habe einen Loop-Mitarbeiter am Wochenende auf der Marktallee in Hiltrup bedrängt. “Wir können und werden ein derartiges Verhalten von Taxifahrern weder tolerieren noch gutheißen”, erklärte Roland Böhm von der Taxizentrale, in der nach eigenen Angaben Unternehmen mit mehr als 200 Fahrzeugen organisiert sind.

Doch Böhm machte zugleich klar: “Eine kritische Auseinandersetzung mit diesem sehr taxiähnlichem Angebot kann und darf nicht auf der Straße geführt werden.” Eine Diskussion sei jedoch “dringend” angeraten. Konkret fehlt der Taxizentrale eine deutlichere Abgrezung von Loop zu ihrem Kerngeschäft. Nicht zuletzt, sagte Böhm weiter, bestehe die Gefahr einer Kannibalisierung von ÖPNV-Angeboten untereinander.

Stadtwerke-Sprecher Florian Adler sieht die deutliche Abgrenzung von Loop zu den klassichen Taxi-Angeboten hingegen gegeben. “Es gibt es keine Tür-zu-Tür-Bedienung, sondern sowohl Start und Ziel sind jeweils an einer Bushaltestelle – entweder die normalen Haltestellen oder virtuelle Haltestellen. Welche Haltestellen Loop anfährt, entscheidet das Hintergrundsystem und navigiert den Fahrgast entsprechend dort hin.” Außerdem bündele der Dienst verschiedene Fahrtwünsche, so dass das Fahrzeug nicht immer den direkten und schnellsten Weg nimmt, sondern Umwege fährt, um andere Fahrgäste aufzunehmen oder abzusetzen.

Vielversprechender Loop-Start

Den Geschmack der Nutzer hat das neue Angebot, das zu Monatsbeginn gestartet ist, nach Stadtwerke-Angaben durchaus getroffen. “Wir konnten im Laufe der letzten Woche eine stetig steigende Nachfrage verzeichnen”, sagte Adler. Im Schnitt haben demnach täglich bis einschließlich Sonntag 350 Fahrtgäste pro Tag Loop genutzt, stärkster Tag mit 550 Fahrgästen war Freitag.

Wer mit Loop fahren will, bestellt einen der zehn weißen Kleinbusse per App oder Telefon. Dabei muss keine Rücksicht auf bestehende Bushaltestellen oder Fahrpläne genommen werden. Die App oder der Mensch am Telefon teilt mit, wo die nächste Einstiegsmöglichkeit ist und wann der Loop kommt. Für die Fahrt gelten die normalen ÖPNV-Tickets, also alle Abos, Semestertickets und Zeittickets. Auch per App können Fahrkarten erworben werden, im Fahrzeug selbst können keine Papiertickets gekauft oder entwertet werden.

Unterwegs sammeln die Fahrzeuge immer wieder weitere Fahrgäste ein oder setzen sie an ihrem Ziel ab, wenn die Fahrtrichtung stimmt. So werden verschiedene Fahrtwünsche gebündelt. Die beste Route dafür errechnet eine Software automatisch im Hintergrund, so dass nur kurze Umwege für jeden Fahrgast anfallen.

Das auf drei Jahre angelegte Projekt ist in Hiltrup, Amelsbüren, Berg Fidel, Mecklenbeck-Süd sowie anliegenden Wohn- und Gewerbegebieten verfügbar.


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