Rathaus

Kommunalwahl: Es wird ein enges Rennen im Rat

Hat gute Chancen, auch nach der anstehenden Kommunalwahl Oberbürgermeister zu sein: Markus Lewe (hier auf einer Veranstaltung im März 2020).

Hat gute Chancen, nach der anstehenden Kommunalwahl Oberbürgermeister zu bleiben: Markus Lewe (hier auf einer Veranstaltung im März 2020).

Am übernächsten Wochenende werden die Münsteraner ihren Oberbürgermeister und einen neuen Rat wählen. Dabei deutet sich ein enges Rennen um die Mehrheit im Parlament an. Stadtoberhaupt Markus Lewe darf sich derweil Hoffnungen auf einen Verbleib im Amt machen.

Bei der Kommunalwahl würden 36 Prozent der Münsteraner ihr Kreuz bei der CDU machen, wie aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest Dimap im Auftrag des WDR hervorgeht. Dies entspräche einem leichten Zuwachs gegenüber dem letzten Urnengang im Jahr 2014.

Deutlicher sind die Verschiebungen dahinter. Die Grünen würden mit 30 Prozent zweitstärkste Fraktion werden und knapp zehn Prozent zulegen. Für die  Sozialdemokraten hingegen prognostiziert Infratest erdrutschartige Verluste. Sie könnten lediglich 18 Prozent der Stimmen auf sich vereinen – 9 Prozent weniger als noch vor sechs Jahren.

Bei den “kleinen” Parteien sticht die FDP heraus. Sie würde das Ergebnis der letzten Kommunalwahl annähernd halbieren und nur noch auf 2,9 Prozent kommen. Die Linke sehen die Meinungsforscher unverändert bei 5,0 Prozent, während die AfD leicht auf 3,0 Prozent zulegen würde.

Zusammen kommen die restlichen Parteien auf 5,0 Prozent. Mit “Münster ist bunt”, Volt und “Die Partei” können sich drei Gruppierungen Hoffnungen auf den Einzug in den Stadtrat machen. Für einen Sitz reichten bei der letzten Kommunalwahl 0,9 Prozent.

Große Koalition nach der Kommunalwahl?

Sollte dieses Ergebnis am 13. September so eintreffen, wäre demnach eine Große Koalition die wahrscheinlichste Option. Die SPD hatte zuletzt entsprechende Signale ausgesendet. Eine Neuauflage der Zusammenarbeit zwischen CDU und Grünen wäre rechnerisch möglich, nach der alles andere als geräuschlosen Zusammenarbeit aber unrealistisch. Für eine Grün-Rote Koalition würde es nicht ganz reichen.

Eindeutiger ist das Bild hingegen bei der Wahl des Oberbürgermeisters. Markus Lewe, der 2014 bereits im ersten Wahlgang das Rennen machte, erhält demnach 50 Prozent der Stimmen. Sein grüner Herausforderer Peter Todeskino kommt auf 25 Prozent, SPD-Kandidat Michael Jung auf 15 Prozent.

Für die Erhebung wurden rund 1000 Teilnehmende telefonisch befragt.


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  1. Der Begriff “große Koalition” sollte der sprachlichen Klarheit wegen für eine Koalition der beiden größten Parteien benutzt werden – wobei das natürlich bei der Sitzaufteilung 1966 im Bundestag eine völlig andere Bedeutung hatte als bei den prognostizierten Mehrheiten im Stadtrat oder bei der Sitzaufteilung im derzeitigen Bundesrat. Für den Stadtrat bieten sich ja Begriffe wie “Schwarz-rote Koalition” oder “CDU-SPD-Koalition” an.

  2. Sechseinhalb Jahre hatten die Grünen, die SPD und Die Linke gemeinsam im Rat der Stadt Münster die Möglichkeit unsere Stadt ökologischer, offener, sozialer und gerechter zu gestalten. Sie haben diese Chance vertan.

    1. Na, die CDU ist dafür jedenfalls auch nicht die richtige Partei.

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