Stadtgeschichte(n)

Südviertel: Das Lenzig bekommt ein neues Gesicht

Das neue Gesicht im Lenzig: Abdel Ennachete übernimmt den Laden von Roland Strieter, der sich weigerte, mit aufs Bild zu kommen.

Das neue Gesicht im Lenzig: Abdel Ennachete übernimmt den Laden von Roland Strieter, der sich weigerte, mit aufs Bild zu kommen.

Nach zwölf Jahren ist jetzt Schluss: Lenzig-Chef Roland Strieter haut in den Sack. Der Neue ist ein alter Bekannter und verspricht, dass in der beliebten Kneipe an der Südstraße vieles beim Alten bleiben wird – mit ein paar kleinen Ausnahmen.

Zwölf Jahre sind eine lange Zeit. Acht davon hat Roland Strieter das Lenzig allein geführt. Am 22. Dezember schließt er den Laden ein letztes Mal ab. Schluss, aus, vorbei. Das Ende bedeutet für den 49-Jährigen einen Neuanfang und ihm ist die Vorfreude darauf anzumerken: “Das ist ein neuer Lebensabschnitt.”

In dem will er mehr Zeit haben für den Mann, der Lehrer ist und dessen Arbeitszeiten nicht so wirklich mit denen eines Gastronomen harmonieren. Erst einmal steht ein Sabbatjahr an, etwas “Ruhe haben” und dann schauen, wie es weitergeht. “Ich weiß, dass ich das Lenzig gut übergeben habe.”

Und bei seinem Nachfolger sieht Roland die Kneipe an der Südstraße in guten Händen: Abdel Ennachete kennt er bereits seit zehn Jahren, der gebürtige Marokkaner arbeitete selbst zwei Jahre in dem Laden, der Kontakt ist seither nie abgebrochen. “Roland ist ein wenig wie ein großer Bruder für mich”, sagt Abdel, der zuvor unter anderem im Lazaretti gearbeitet hat. “Er hat mir mal gesagt: ‘Wenn ich das Lenzig irgendwann mal abgebe, dann nur an dich.'”

Neue Ideen für das Lenzig

Und das ist genau am 22. der Fall. Danach macht die im Südviertel beliebte Kneipe einige Tage dicht, bevor es im neuen Jahr wieder losgeht. “Das Lenzig wird das Lenzig bleiben”, stellt Abdel klar. Das Personal bleibt, auch die gastronomische Ausrichtung soll sich nicht ändern. “Omas Küche und die moderne Küche sind nur hier im Lenzig so schön verheiratet.”

Gleichwohl: Ein paar Ideen hat Abdel schon. Eine Facebook-Seite, gegen die sich Digital-Verweigerer Roland immer gewehrt hat, wird es ebenso wie eine neue Website geben. Aperol Spritz und frischen Pfefferminztee kann er sich auf der Karte gut vorstellen. Auch die Außengastronomie könne ein Lifting vertragen. Zuerst aber will Abdel im Südviertel ankommen – und ein paar Tage hat Roland ja noch…

Disclaimer: Der Autor ist Stammgast in der Kneipe.


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