Klartext

Kurze Lunte

Werbeplakat der Stadt: Kampagne gegen CDU-Chef Hendrik Grau?

Kampagnenplakat der Stadt Münster: Angriff auf CDU-Chef Hendrik Grau?

Ein aufgebrachter Anonymus greift auf der Facebook-Seite der hiesigen CDU den grünen Koalitionspartner und insbesondere deren Stadtrat Matthias Peck an. Der unbekannte Autor wittert hinter einer Werbekampagne des Grünflächenamtes einen steuerfinanzierten Angriff auf den hiesigen CDU-Vorsitzenden Hendrik Grau. Eine Glosse.

Immer mehr Menschen haben in ihren Vorgärten keine Blumen-, sondern Schotterbeete. Das ist nicht nur optisch fragwürdig. Die Brachen bieten weder für Flora noch für Fauna Lebensraum. Das Grünflächenamt will die Bürger mit einer neuen Plakatkampagne für die Problematik sensibilisieren. Der Slogan der Kampagne: “Sei schlau / Kein Grau!”

Jetzt heißt der hiesige CDU-Vorsitzende Hendrik Grau – und genau diese Duplizität der Wörter brachte einen Anonymus mit Zugang zur Facebook-Seite der hiesigen CDU auf die Palme. Dieser postete am Donnerstagabend einen längeren, namentlich nicht gekennzeichneten Text mit dem Titel “Grüne, Peck und Pech”. Dazu muss man wissen: Grünen-Mitglied und Stadtrat Matthias Peck untersteht das Grünflächenamt.

Grauenhafter Verdacht

Genau dieser Text sorgt derzeit im Social Web und in der Politik für, nun ja, Irritationen. Aus gutem Grund. Kostprobe:

“Er (Peck/Anm. d. Verf.) kombinierte eine städtische Werbekampagne gegen Schottergärten – tja, wer braucht so was? – mit einer Namensstichelei gegen Münsters CDU-Vorsitzenden. Der sieht das zwar sportlich, aber dumm von Pech-Peck, dass er diese Schmutzelei offensichtlich auf Steuerzahlers Kosten betreiben (…) ließ.”

Auch das Motiv liefert der Autor mit: “Der CDU-Vorsitzende Hendrik Grau hatte sich wiederholt erdreistet, seinen politischen Finger in die offenen Wunden der Grünen zu legen statt weiße Salbe drüber zu streichen.”

Wer Autor dieser Zeilen ist, konnte die CDU auf Nachfrage am Freitagmittag nicht sagen. Da von Hendrik Grau in der dritten Person gesprochen wird und er unserer Kenntnis nach weder adelig noch ein Lothar Matthäus ist, wird er es wohl nicht gewesen sein. Alles andere wäre ziemlich merkwürdig für den Vorsitzenden des hiesigen Ablegers einer Volkspartei. Der angriffslustige Immobilenunternehmer übrigens teilte den Beitrag kurz nach dessen Veröffentlichung auf seinem eigenen Facebook-Profil.

Auf die Frage, wie die CDU Münster zu dem Text steht, erhielten wir bislang keine Antwort.

Ratschlag aus der Opposition

Die Grünen haben sich indes geäußert: OB-Kandidat Peter Todeskino, den der Autor ebenfalls bedenkt, sprach von einer “hochnotpeinlichen” Geschichte, gerade in diesen Zeiten. In einer Pressemitteilung vom Freitag zeigte sich die Partei ob der “Entgleisung” des Anonymus “entsetzt”.

Etwas entspannter sieht SPD-Fraktionschef und ebenfalls OB-Kandidat Michael Jung die ganze Sache: “Ich persönlich rate aus langjähriger Erfahrung zu mehr Gelassenheit. Wenn ich an jedem Event der Stadt teilnehmen wollte, das sie ‘für Jung und Alt’ einlädt, käme ich auch nicht mehr zum Arbeiten.”

Der heißblütige Autor sollte – sofern er selbst politische Ambitionen hegt – sich Jungs Rat zu Herzen nehmen. Dieser Schuss ist nämlich nach hinten losgegagangen.


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