Rathaus

Beim Preußenstadion ist weiterhin Geduld gefragt

Das Preußenstadion soll saniert werden.

Preußenstadion: Die Sanierung ist nur noch eine Frage der Zeit. (Foto: Stephan Brinktrine)

Das Preußenstadion soll grundlegend saniert werden – da herrscht weitgehend Einigkeit im Rat. Bei dessen Sitzung am Mittwochabend zeigte sich, dass noch einige offene Fragen geklärt werden müssen.

Das Projekt Preußenstadion geht voran. In ganz, ganz kleinen Schritten zwar, aber nach der unendlichen Geschichte der letzten 30 Jahre scheint nun endlich ein Ende in Sicht. Doch die Geduld der Preußen-Anhänger ist weiterhin gefordert. Am Mittwochabend debattierte der Stadtrat, eine konkrete Entscheidung fällte das Gremium indes nicht. Nocht nicht, um genau zu sein.

Nur so viel: Zunächst sollen sich die Ausschüsse mit der durchaus komplexen Thematik befassen, bevor das Stadtparlament dann voraussichtlich am 10. Februar entscheidet. Die von der Verwaltung eingebrachte Vorlage, in der sie das weitere Vorgehen in der Sache skizziert, ist in der Tat nicht einfach.

Hier meldeten gleich mehrere Fraktionen Klärungsbedarf an: “Es ist ja nicht so, dass da nur kleinere Unklarheiten sind”, erklärte Philipp Hagemann, sportpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion. Grünen-Fraktionschef Christoph Kattentidt schloss sich ihm an und betonte: “Wir wollen eine sachlich fundierte Entscheidung treffen.” Beide unterstrichen zugleich die Unterstützung für das Projekt.

Reichen 40. Mio. Euro für das Preußenstadion?

Zuvor hatte die Ratsmehrheit einen Antrag der CDU-Fraktion, sofort über die Vorlage abzustimmen, zurückgewiesen. Das sorgte für Ärger bei CDU-Ratsherr Stefan Leschniok, der andere Motive unterstellte: “Weil die Bündnisverhandlungen noch nicht abgeschlossen sind, wird das Ding jetzt aufs Abstellgleis geschoben.” SPD-Ratsherr Marius Herwig konterte kühl: “Aber die CDU-geführte Verwaltung hat den Zeitplan doch vorgeschlagen!”

Ein genauer Blick in die Vorlage verdeutlicht, dass dem Rat hier weitreichende Entscheidungen abverlangt werden. Die Verwaltung schlägt – in Absprache mit dem SCP, wie sie betont – ein Stadion mit einer Kapazität von bis zu 20.000 Zuschauern vor. Bis auf die 2009 gebaute Hauptribüne soll kein Stein auf dem anderen bleiben. Die Vorstellungen der Verwaltung umfassen eine neue Gegengerade mit 1100 Quadratmetern Logenbereich sowie neue Tribünen dort, wo heute noch Ost- und Westkurve stehen. Die Ecken zwischen den Elementen sollen ebenfalls bebaut werden. Hier könnte eine Kita untergebracht werden.

Spannend wird es beim Thema Geld: In der Summe kalkuliert die Verwaltung mit 48,3 Mio. Euro, wobei hier auch die bereits im Bau befindlichen Trainingsplätze auf der Brachfläche südlich des Stadions inbegriffen sind. In der Vorlage ist aber nur von den 40 Mio. Euro die Rede, die bereits für das Preußenstadion reserviert sind. “Sind die 40 Mio. Euro nur für das Stadion oder auch für die Mobilitätsstation?”, fragte FDP-Fraktionschef Jörg Behrens. Die Machbarkeitsstudie aus dem April, auf der die jetzigen Vorschläge basieren, nennt weitere Posten wie eine neue Geschäftsstelle für die Preußen (14 Mio. Euro) und “Parkdecks” (24,1 Mio. Euro).

Stadt will Stadiongesellschaft gründen

Ein zweiter kritischer Punkt ist die Stadiongesellschaft, die die Verwaltung vorschlägt. Die Autoren der Vorlage argumentieren, dass andere städtische Einrichtungen wie die WBI oder die Wohn + Stadtbau weder die Kapazitäten noch die Expertise für einen “Sonderbau” wie das Stadion hätten. Aus diesem Grund soll eine separate, noch zu gründende Stadiongesellschaft Planung, Bau und Betrieb des Stadions übernehmen. Die Fläche solle sie von der Stadt in Erbpacht erhalten.

An einer solchen Gesellschaft könnten wiederum die Preußen und damit indirekt etwaige Investoren beteiligt werden. Dazu heißt es in der Vorlage: “Auch damit private Dritte, die sich im Sinne des SCP am Stadionausbau beteiligen möchten, in geeigneter Weise eingebunden werden können, prüft die Verwaltung, wie Investoren innerhalb des gemeindewirtschaftsrechtlichen Rahmens idealerweise in der Ausgestaltung der Gesellschaft berücksichtigt werden könnten.” Ulrich Thoden von der Linkspartei lehnte eine solche “Teilprivatisierung” ab.

Was die Preußen von diesen Ideen halten, ist bislang nicht bekannt – zumindest nicht offiziell. Aufsichtsratschef Frank Westermann wollte sich gegenüber “RUMS” zu Wochenbeginn nicht äußern: “Das ist mit der Verwaltung so vereinbart.”


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  1. Ich bin 50 Jahre alt und schwerstkrank, also werde ich das nicht mehr erleben!

    Und wer braucht ein Parkhaus für 28 Millionen Euro? Und eine Geschäftsstelle für 21 Millionen?

    Ich werde es nicht mehr erleben!

    1. Lieber Markus, es tut mir Leid, von Deiner Situation zu hören. Alles Gute für Dich und den Glauben nicht verlieren.

      Eine inhaltliche Anmerkung: Die Zahlen stimmen so nicht, die Du genannt hast. Und sie sind auch nur in der Studie genannt – was daraus hinterher wird, ist noch vollkommen offen.

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