Münster

AfD-Neujahrsempfang: Große Welle gegen kleine Partei

Proteste gegen den AfD-Neujahrsempfang auf dem Prinzipalmarkt.

Münster hat am Freitagabend ein klares Zeichen gegen Rechts gesetz: Mehr als 8.000 Menschen protestierten friedliche gegen den AfD-Neujahrsempfang. Das Bündnis “Keinen Meter den Nazis” hatte zu Protesten gegen die Veranstaltung im historischen Rathausfestsaal aufgerufen, bei der der AfD-Bundesvorsitzende Jörg Meuthen als Ehrengast sprach. 

Wie vor zwei Jahren löste die Bekanntgabe der Veranstaltung in Münster wieder eine Welle der Entrüstung aus. “Die AfD wird bei uns weder auf Akzeptanz noch auf Ignoranz treffen, sondern stets auf lautstarken Widerspruch”, sagte Bündnissprecher Carsten Peters. Mehr als 8.000 Münsteraner folgten daher dem Aufruf des Bündnisses “Keinen Meter den Nazis” zur Kundgebung “United against Rechtsruck” am Servatiiplatz, zur Tanz-Demo “Raven gegen Rechtsruck” am Hauptbahnhof und zur Großkundgebung “Solidarisch gegen den Rechtsruck” mit Live-Musik auf dem Prinzipalmarkt.

“Der Protest war lautstark, blieb aber weitgehend friedlich”, so die Polizei. Mehrere Hundert Polizisten waren im Einsatz, um das zu gewährleisten. Am Rande habe es vereinzelte Zwischenfälle gegeben, teilten die Ordnungskräfte am Freitagabend mit. Eine 43-jährige Münsteranerin habe versucht an der Klemensstraße einen AfD-Anhänger auf dem Weg zum Rathaus mit einer Fahnenstange aufzuhalten.

Europaflaggen kein Protest

An der Klemensstraße versperrte eine größere Gruppe mit einer Sitzblockade die Zufahrt. Drei Demonstranten versuchten im Anschluss über einen Zaun zu klettern, um in den abgesperrten Bereich am Rathaus zu gelangen. Die meisten Menschen aber schwenkten Fahnen, hielten bunte Plakate hoch, verteilten Flugblätter, zündeten Kerzen an – Zeichen für ein friedliches und buntes Münster.

“Wir freuen uns, dass die Demonstrationen einen friedlichen Verlauf genommen haben”, resümierte Polizei-Einsatzleiter Frank Kaiser. (Foto: Tanja Sollwedel)

Im Jahr 2017 löschten Kaufmannschaft und Stadt zum Protest das Licht auf dem Prinzipalmarkt. Nach einem Urteil des Verwaltungsgerichts hatte die Stadt gegen den Grundsatz des Neutralitätsgebotes gehandelt – das Rathaus muss beleuchtet bleiben. Die Kaufleute hingegen ließen bewusst die Lichter brennen, damit die Europaflaggen, die die Fassaden schmückten, gut sichtbar waren. “Die Fahnen sind nicht zum Protest gedacht, sondern um ein Zeichen für Europa zu setzen”, erklärte Andreas Weitkamp stellvertretend für die Kaufleute gegenüber der “Münsterschen Zeitung”.

So sieht das auch das Bündnis “Keinen Meter den Nazis”: “Wir wollen mit unseren Aktionen ein Signal für eine offene und solidarische Gesellschaft setzen, in der Menschenrechte unteilbar, in der vielfältige und selbstbestimmte Lebensentwürfe selbstverständlich sind. Wir stellen uns gegen jegliche Form von Diskriminierung, Hetze und Ausgrenzung.”

 

(Foto: Tanja Sollwedel)
(Foto: Tanja Sollwedel)
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Zweiter AfD-Neujahrsempfang im Ratshaus

Nachdem in den Jahren zuvor mehrere Versuche der Partei, sich in Münster zu versammeln gescheitert waren, öffnete sich der AfD jetzt der Festsaal im Rathaus zum zweiten Mal. Dort, wo sich im Jahr 2017 die damalige Parteichefin Frauke Petry nebst Pfeifkonzert von der Protestveranstaltung auf dem Prinzipalmarkt gegen den Multikulturalismus aussprach und mit Donald Trump sympathisierte, standen in diesem Jahr Co-Parteichef Jörg Meuthen, Landtagsabgeordneter Helmut Seifen sowie Bundestagsmitglied Michael Espendiller.

Martin Schiller, Sprecher des AfD-Kreisverbandes Münster, gewehrte aufgrund der großen Nachfrage nicht allen Journalisten Einlass, sodass eine Berichterstattung über den Neujahrsempfang selbst nicht möglich war. Das Statement der AfD am Tag danach spricht für sich:


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Ein Kommentar

  1. Ich wünsche der AfD bei der Europa-Wahl und den Landtagswahlen in diesem Jahr viel Erfolg. In den letzten beiden Wahljahren 2017/2018 hatte die AfD in den fünf Landtagswahlen und bei der Bundestagswahl den jeweils größten Stimmenzuwachs.

    So klein ist die Partei nicht, wie sie in ihrer Überschrift behaupten. Bei der Bundestagswahl 2017 hat die erst 2013 gegründete Partei 12,6 % erreicht und ist damit die drittstärkste Kraft.

    Für mich ist in der Europa-Politik der Widerstand gegen den Euro-Bürokratismus besonders wichtig.

    Joachim Datko – Ingenieur, Physiker

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