Redaktionsblog

Die Wiedertäufer kneifen den Arsch zu

Die Wiedertäufer haun in Sack.

Viereinhalb Jahre sind dann auch genug gewesen: Die Wiedertäufer stellen das Erscheinen mit sofortiger Wirkung ein.

Im März 2017 sind wir mit der ersten Geschichte online gegangen. Echt lange her. Die Welt hat sich seither weiter gedreht, auch in Münster. Das war eine schöne, aber auch manchmal anstrengende Zeit. Die ist nun zu Ende.

Zu den Gründen: Private und berufliche Veränderungen lassen mir schlicht nicht mehr die Zeit, um dieses professionelle Non-Profit-Hobby-Projekt weiter mit dem angemessenen oder viel mehr notwendigen Einsatz verfolgen zu können. Und mir ist niemand bekannt, der das Projekt mit dem erforderlichen Können, angemessenen Aufwand und Härte weiterführen könnte oder dies vielmehr tun würde.

Die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen, aber es bleibt an dieser Stelle leider keine andere Wahl.

Was bleibt, ist die Erinnerung an viele schöne, aufregende Momente, tolle Geschichten. Ich hoffe, dass dieses Blog die Bereicherung für die hiesige Medienlandschaft gewesen ist, die ich im Kopf hatte, als ich das Projekt Anfang 2017 in Angriff nahm. Der Undercover-Einsatz bei der Identitären Bewegung, die Klage gegen Richie Mol, die Geschichte vom Hitler-Haus gehören zu meinen unbedingten Highlights.

Ihr konntet hier die Geschichten lesen, die andere nicht erzählen. Oder bei uns gab es sie zuerst. Oder wir erzählten eine Geschichte aus einem anderen Blickwinkel.

An dieser Stelle möchte ich mich bei den vielen Unterstützenden bedanken, vor allem bei den Autoren Edina und Philipp. Und natürlich bei meiner Frau, die mir immer geholfen hat und es tolerierte, dass es noch wen neben ihr gibt. Äh, gab.

Die Website bleibt noch bis zum Jahresende online (ist ja schon bezahlt), danach werden die Wiedertäufer auch aus der digitalen Welt verschwinden.

 

  1. Schade, ich habe deine/eure Berichte gerne gelesen!

    Ich hoffe, dass sie trotzdem in der digitalen Welt archiviert bleiben, gibt es da Planungen über web.archive.org hinaus?

  2. Lieber Herr Dietrich, auch wenn ich – vor allem bei den Meinungsartikeln – meist anderer Ansicht war, habe ich den Wiedertäufer regelmäßig gelesen. Gelegentlich habe ich hier auch kommentiert. Ich finde es schade, dass es nicht mehr weitergeht. Denn der Wiedertäufer hat die Presselandschaft in Münster erweitert und auf seine Art auch bereichert. Ihnen (und Ihrer Frau) möchte ich für Ihre Arbeit danken und für die Zukunft alles Gute wünschen, Ruprecht Polenz

  3. Sehr, sehr, sehr traurig!!
    Können wir wenigstens hin und wieder auf Beiträge von Dir bei RUMS hoffen?

  4. Schade! Danke für die vielen interessanten Geschichten.

  5. Lieber Nils,
    Mit großem Bedauern lese ich diese Ankündigung.
    Der Wiedertäufer war und ist mein liebstes Nachrichtenmedium für Münster.
    Unkommerziell, kritisch hinterfragend, Perspektiverweiternd, nie zufrieden.
    Die Sichtbarmachung unbekannter Geschichten hat für mich auch eine ganz klar politische Haltung! Und das hat mich sehr gefreut!
    Auch sein kurzer Draht zu Aktivisties zeugt davon.

    Vielen vielen Dank! Und alles gute Dir weiterhin!
    Mit einem weinenden und einem freudigen Auge,

    Manuel

  6. Lieber Nils Dietrich,

    wir sind uns nie persönlich begegnet, ich habe aber die Wiedertäufer-Geschichten immer sehr gerne gelesen. Dafür sage ich von ganzem Herzen: Danke!
    Dass die Wiedertäufer “den Arsch zukneifen”, bedaure ich sehr.
    Durch die Wiedertäufer habe ich Edina persönlich kennenlernen dürfen. Allein diese Begegnung ist schon eine große Bereicherung in meinem Leben – heute sind wir Freunde.

    Dadurch zeigt sich, wie bedeutend ein Blog sein kann. Schade, dass diese Möglichkeit nun nicht mehr besteht. Begegnungen sind doch das Wichtigste im Leben.

    Alles Gute für Sie (und Ihre Frau)!

    Ihr
    Meinhard Zanger

  7. Das finde ich sehr bedauerlich. Ich habe die Wiedertäufer als notwendige Ergänzung und Korrektiv zu unserem Printmedium sehr geschätzt.
    Für die persönliche und berufliche Zukunft alles Gute!

  8. Lieber Nils,
    es ist traurig, dass nun zu Ende geht, was du mit so viel Einsatz, Überzeugung und Energie betrieben hast. Aber eine Freundin sagte mir neulich einmal den Satz: “Man bereut nur die Dinge, die man nicht getan hat!” Ja, klingt ein bisschen nach Kalenderspruch, aber passt oft. Insofern: Alles richtig gemacht. Viel Glück für die Zukunft!

  9. Lieber Nils,

    Ihr standet “Für Meinungspluralismus, Transparenz und am Ende, ohne pathetisch werden zu wollen, für unsere Demokratie.” 😉
    Ich hoffe diese Werte werden auch ohne Euch nicht untergehen und neue Streiter*innen finden. Respekt und vielen Dank für Eure Arbeit…

    Viele Grüße

    Tim

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