Münster

Berliner Bär steht leer: Beim nächsten Pächter wird alles anders

Berliner Bär: Neustart mit neuem Konzept?

Außen schmutzige Fenster, innen herrscht gähnende Leere. Der Berliner Bär hat schon bessere Zeiten gesehen. Die Kneipe, die zuletzt als Mauerwerk firmierte, ist verlassen. Und eins scheint klar: So wie früher kann es an der Ecke Berliner Platz/Herwarthstraße nicht weitergehen.

Im April ist Feierabend gewesen. Nach drei Jahren gaben Ludwig Jörling und seine Frau das Projekt Mauerwerk auf. “Das war nicht wirtschaftlich. Wir haben uns nur über Wasser gehalten”, berichtet der Gastronom am Telefon. Sie hatten sich viel vorgenommen, gaben dem Berliner Bär einen neuen Nahmen (Mauerwerk), wollten mit einem musikalischen Programm Gäste anlocken. Einzig: Gereicht hat es nicht. Dafür sei auch nicht das passende Publikum in die Kneipe gekommen. “Hooligans” und “Drogensüchtige” will Jörling ausgemacht haben.

Nach dem Auszug Ende April steht das Ladenlokal leer. Der dritte Pächter in der laufenden Dekade hat das Handtuch geworfen und es stellt sich die Frage, ob Gastronomie an der Stelle überhaupt Sinn macht. Der Eigentümer beantwortet die Frage mit einem eindeutigen ja, erzählt Christian Taeuber, Gebietsverkaufsleiter der Krombacher Brauerei. Das Unternehmen hat hier geschäftliche Interessen zu waren und hilft deswegen bei der Suche nach neuen Pächtern. Interessenten gebe es durchaus, Konkretes bislang noch nicht.

Taeuber sieht Potenzial in dem Standort – aber: “Das bisherige Konzept ist nicht zukunftsfähig”, sagt er. Die klassische Bahnhofskneipe hat ohnehin ausgedient, es müssen neue Ideen her, um ein anderes als das bisherige Publikum an den Berliner Platz zu locken. Und der neue Betreiber müsste Geld in die Hand nehmen, um einen Neustart einzuleiten. Dann, so die Idee, kommen auch Gäste, die andere Gäste nicht abschrecken und neben flüssig Brot vielleicht auch eine Mahlzeit zu schätzen wissen.

Berliner Bär Vergangenheit?

Taeuber ist optimistisch, dass das gelingen kann. Er verweist auf die Bauprojekte im Umfeld: Das alte Versorgungsamt auf der anderen Straßenseite wird einem Hotel weichen, auch auf der Dorint-Brache um die Ecke wird gebaut werden. Nicht zuletzt entsteht direkt nebenan eine weitere Herberge. Deren Gäste wollen dann vielleicht auf einen Happen vor die Tür gehen: “Dadurch kommt Bewegung rein”, ist sich Taeuber sicher.

Der Neubau des Hauptbahnhofs und die Hotelbauten, so der Krombacher-Mann weiter, hätten einen positiven Einfluss auf diese Ecke im Bahnhofsumfeld. Die nämlich wird häufig vergessen, weiß auch CDU-Ratsherr und Bahnhofskenner Richard-Michael Halberstadt. Er begrüßt die Aufwertung: “Mit den neuen Hotels und Wohnblocks wird sich das gesamte Bild in diesem Bereich verändern.” Den Berliner Bär wird dann vielleicht kaum wer vermissen.


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