Münster

Studie: In Münster fehlen über 33.000 bezahlbare Wohnungen

Die Mieten in Münster sind zu hoch für Einkommensschwache.

Der Wohnungsmarkt in Münster ist hart umkämpft. Das bekommen vor allem Geringverdiener zu spüren, die sich die teils üppigen Mieten nicht leisten können. Eine von der Hans-Böckler-Stiftung geförderte Studie zeigt nun, wie krass die Unterversorgung ist.

Demnach haben 33.292 Haushalte mit einem Einkommen unterhalb des Medians in Münster derzeit keine für sie bezahlbare Wohnung. Dies entspricht einem Unterversorgungsgrad von 22,6 Prozent. “Schaut man auf alle Haushalte mit Einkommen bis zum Mittelwert, ist es in gefragten Studentenstädten wie Freiburg, Regensburg, Münster oder Aachen am schwierigsten, eine bezahlbare Wohnung zu finden”, konstatieren die Forscher in der jetzt veröffentlichten Studie.

Die Arbeit gibt auch Aufschluss darüber, welche deutschen Großstädte sich Angehörige bestimmter Einkommensklassen noch “leisten” können und welche nicht. So haben maximal 40 Prozent unter den armutsgefährdeten Haushalten in sämtlichen Millionenstädten, aber auch in zahlreichen anderen Orten wie Freiburg, Stuttgart, Düsseldorf, Kiel, Bonn, Münster, Regensburg, Aachen oder Darmstadt eine für sie bezahlbare Wohnung. In Münster sind die Haushalte mit weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens besonders betroffen. Hier fehlen 24.179 Wohnungen.

Unter Haushalten mit Einkommen von 60 bis 80 Prozent des Mittelwerts ist die “Versorgungsquote” generell höher. Doch auch von ihnen leben in Städten wie Heidelberg, Bergisch-Gladbach, Wiesbaden, Münster, Hamburg, Darmstadt oder München maximal 75 Prozent in bezahlbaren Wohnungen. In den 77 deutschen Großstädten insgesamt fehlen gut 1,9 Millionen bezahlbare Wohnungen, darunter etwa 1,4 Millionen günstige Apartments unter 45 Quadratmetern für Einpersonenhaushalte.

Mehr sozialer Wohnungsbau gefordert

In der Untersuchung gleichen Stadtsoziologen der Humboldt-Universität Berlin und der Goethe-Universität Frankfurt die jeweiligen Einkommen von Großstadthaushalten und das lokale Angebot an Mietwohnungen miteinander ab. Auf Basis der aktuellsten verfügbaren Daten aus dem Mikrozensus 2014 liefern sie detaillierte Zahlen für alle deutschen Großstädte. Trotz stärkerer Neubautätigkeit dürfte die Versorgungslücke derzeit weiter wachsen, warnen die Wissenschaftler. Denn die Angebotsmieten bei Neuvermietung sind in fast allen Großstädten höher als die Bestandsmieten.

Um die Lücke bei bezahlbaren Wohnungen zu verkleinern, sei es sehr wichtig, das Angebot an Kleinwohnungen mit Nettokaltmieten von vier bis fünf Euro pro Quadratmeter stark auszubauen. “Das ist nur durch eine deutliche Stärkung des sozialen Wohnungsbau möglich”, betonen die Wissenschaftler. “Dazu müssen einerseits weitaus mehr Sozialwohnungen als in den vergangenen Jahren neu entstehen. Andererseits muss auch die Sozial- und Mietpreisbindung im Wohnungsbestand wieder ausgeweitet werden.” Dazu könnten beispielsweise öffentliche Träger Privatvermietern Wohnungen abkaufen.


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