Klartext

Ticketing bei Preußen Münster: Kundenfreundlichkeit geht anders

Verschlimmbessert: Das Ticketing beim SC Preußen Münster.

Am Samstag ist es zum ersten Mal soweit: Der SC Preußen Münster erhebt an der Tageskasse eine zusätzliche Gebühr von zwei Euro pro Ticket. Damit solle die Attraktivität des Vorverkaufs gesteigert werden, verkündete der Verein kürzlich. Bei genauem Hinsehen zeigt sich jedoch, dass der Teufel im Detail steckt.

Wer kurzentschlossen ins Preußenstadion will und an der Tageskasse ein Ticket erstehen möchte, muss seit dem zweiten Heimspiel dieser Saison einen Aufschlag von zwei Euro pro Ticket zahlen. Der Verein verkaufte das vor rund zwei Wochen so: “(…) um diesen Idealablauf ohne längere Wartezeiten im Eingangsbereich (…) bestmöglich zu gewährleisten, wird der SC Preußen Münster die Vorverkaufs- sowie die Systemgebühren beim Erwerb von Tickets im Vorfeld eines Heimspiels abschaffen.”

Gut, wer bei einem Konzert an der Abendkasse zahlt, muss in der Regel ebenfalls tiefer in die Tasche greifen. Nicht zuletzt ist die Situation im Eingangsbereich des Stadions an manchen Speiltagen – gelinde gesagt – suboptimal. Ob es nicht vielleicht sinnvoller ist, mehr Kartenhäuschen zu öffnen und die Wegebeziehungen auf dem Vorplatz zu ordnen, mehr Securities vorzuhalten und mehr Eingänge zu öffnen – sparen wir uns das an dieser Stelle. Es wäre auf jeden Fall teurer (für den Verein).

Für die Fans ohne Dauerkarte wird es das im Zweifelsfall aber auch – oder sie müssen ihren Stadionbesuch rechtzeitig planen. Ein SEPA-Lastschrifteinzug braucht drei Tage Vorlauf, wie uns der Verein bestätigte (siehe Twitter-Thread oben). Hier werden ggf. noch Gebühren für die Hinterlegung am Stadion fällig. Die Bezahloption Giropay (Wer kennt und nutzt die bitte?!)wiederum wurde am Samstagvormittag nicht mehr angeboten. Bei einer Order via Telefon kommen noch Versandgebühren oben drauf. Wer außerhalb wohnt, kann natürlich in die Stadt fahren und sein Glück in den Vorverkaufsstellen, beispielsweise in dem Shop der “Wurstfälischen Nichtnachrichten”, versuchen.

Was immer geht: Mit Kreditkarte kann beispielsweise auch kurzfristig die Print@Home-Option genutzt werden. Zum Vergleich: Die Zahl der im bargeldverliebten Deutschland ausgegebenen Kreditkarten summiert sich laut Statista auf 33,1 Millionen.

Sorry, SCP, aber Kundenfreundlichkeit geht anders. Oder versucht’s mal mit Paypal.