Münster

Der III. Weg: Neonazi-Partei will im Raum Münster Fuß fassen

Aktivisten der Partei Der III. Weg bei einer Demonstration am 01. Mai 2017 in Gera. (Foto: Igor Netz/CC BY-NC-ND 2.0)

Aktivisten der Partei Der III. Weg bei einer Demonstration am 01. Mai 2017 in Gera. (Foto: Igor Netz/CC BY-NC-ND 2.0)

Die rechtextreme Kleinpartei Der III. Weg versucht derzeit, Anhänger in Münster und Umgebung anzuwerben. Kürzlich fand eine Informationsveranstaltung der Organisation statt, die vor allem Mitglieder aus dem altrechten Milieu anzieht. 2017 traten Anhänger der Partei auf dem Schlossplatz als Tierschützer auf.

Der III. Weg berichtet auf der eigenen Website von einem Informationstreffen ” junger Deutscher” Ende September, “die das Interesse gefasst haben, ein aktiver Teil unserer jungen Bewegung zu werden”. An einem nicht näher spezifizierten Ort im “Raum Münster” sei unter anderem das Parteiprogramm besprochen worden. Als Referent trat Julian Bender auf, der als “Gebietsleiter West” der rechtsextremen Partei fungiert.

Die Organisation kommt in Nordrhein-Westfalen nach Schätzung des Landesverfassungsschutzes auf rund 30 Mitglieder, bundesweit sollen es 300 sein.Der Inlandsgeheimdienst beobachtet die 2013 gegründete Kleinpartei, die seinerzeit vor allem aus Neonazis und Ex-NPD-Mitgliedern aus Hessen und Bayern bestand. Bis heute ist sie bundesweit nicht flächendeckend aufgestellt. In NRW gibt es zwei Ortsgruppierungen in OWL und im südlichen Sauerland.

Inhaltlich ist Der III. Weg offen rechtsextremistisch – im Gegensatz zu ihren Gesinnungsgenossen etwa von der Identitären Bewegung, die sich einen jungen und intellektuellen Anstrich geben wollen. Schon der Slogan spricht für sich: “National – revolitionär – sozialistisch.” “Die Partei Der III. Weg propagiert ein rechtsextremistisches Staats- und Gesellschaftsbild, insbesondere greift sie völkisch-nationalistische Elemente des historischen Nationalsozialismus auf”, heißt es im Jahresbericht des Verfassungschutzes.

Der III. Weg nicht zum ersten Mal im Münsterland

Die Agitation gegen Flüchtlinge, Ausgrenzung von Fremden, Relativierung nationalsozialistischer Verbrechen und Aktionstage gegen “Homo-Propaganda” gehören zum Repertoire der Partei, deren Mitglieder häufig über einen neonazistischen Hintergrund verfügen. “Gewalt lehnt die Partei Der III. Weg lediglich aus taktischen Erwägungen ab”, schreiben die Verfassungschützer weiter.

Die kürzlich durchgeführte Veranstaltung war nicht der erste Auftritt von Der III. Weg im Raum Münster. Im April 2017 protestierten einige Parteimitglieder auf dem Schlossplatz gegen Wildtiere in Zirkusmanegen.


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