Rathaus Redaktionsblog

Causa Deilmann/Kresing im Stadtrat: Kartell des Schweigens

Der Rat gab sich in der Causa Deilmann/Kresing wortkarg.(Symbolbild/Foto: Allie Caulfield/CC BY 2.0)

Der Rat gab sich in der Causa Deilmann/Kresing wortkarg. (Symbolbild/Foto: Allie Caulfield/CC BY 2.0)

Was denken die im Stadtrat vertretenen Fraktionen eigentlich über folgenden Umstand: Das Architektenduo Deilmann/Kresing hat seine Zusammenarbeit beendet und dies ist mutmaßlich der wesentliche Grund dafür, dass es beim Projekt Neuhafen und der noch ungeklärten Frage der Quote für den sozialen Wohnungsbau nicht vorangeht. Eine durchaus relevante Frage in einer Stadt, in der die Wohnungsnot grassiert. Was dabei herauskam? Ein vielsagender Einblick in die Münsteraner Politik.

Jetzt wissen es alle. Spätestens seit der letzten Sitzung des Stadtrates am vergangenen Mittwoch. Wir hatten die Ratsfraktionen um eine Stellungnahme zu der von uns aufgedeckten Trennung von Deilmann/Kresing und den sich daraus möglicherweise ergebenden Konsequenzen für das Projekt Neuhafen gebeten. Die Möglichkeit hierzu steht jedem Einwohner im Rahmen der Fragestunde zu Beginn der Sitzung offen.

Um es vorweg zu sagen: Das sollte keine Show-Veranstaltung werden. Natürlich besteht für uns die Möglichkeit, die Ratsleute auf bilateralem Wege um Stellungnahmen zu bitten. Das haben wir bei Stefan Weber (Vorsitzender der CDU-Fraktion), Jörn Möltgen (Grüne/Vorsitzender des Planungsausschusses), Marius Herwig (SPD) und Rüdiger Sagel (Linkspartei) getan. Letzterer hatte sich uns gegenüber zum Sachverhalt eingelassen und seine Haltung im Rat bekräftigt. Johannes Schmanck von den Piraten hatte uns gegenüber schon im Vorfeld Position bezogen. SPD-Mann Herwig leitete unsere Anfrage mit Verzögerung an Ludger Steinmann weiter, der sich schließlich in der Sitzung äußern wollte, das dann aber doch nicht tat.

Verwaltung weiß von nichts
In der Sitzung selbst erklärte Stadtbaurat Robin Denstorff eingangs, dass über den Sachverhalt nichts bekannt sei. Deilmann/Kresing seien gegenüber der Stadt als eine Partei aufgetreten, in einem Raum, zur selben Zeit. Das verwundert nicht, denn welche Motive sollten Deilmann/Kresing haben, ihre Dissonanzen gegenüber der Stadt, mit der man sich in Verhandlungen befindet, zu bekunden? Damit würde man doch nur Fragen aufwerfen und die eigene Position schwächen. Strategisch sinnvoll wäre es viel mehr, einen solchen Sachverhalt diskret zu handhaben, bis das Projekt Neuhafen unter Dach und Fach ist.

Die nach wie vor ungeklärte Frage der Quote des sozialen Wohnungsbaus sei ggf. ein Thema für den nichtöffentlichen Teil der Sitzung, erklärte Denstorff weiter. Nach Sagels folgender Einlassung war die Fragestunde dann beendet, denn sonst wollte Niemand etwas mehr zur Causa sagen. Schade. Aber: Keiner kann jetzt noch behaupten, nichts gewusst zu haben. Der Neuhafen liegt auf Wiedervorlage.