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Bremer Platz: Wetterschutz-Provisorium für die Szene

Die Pergola am Bremer Platz soll Anfang 2018 abgerissen werden.

Die Bauarbeiten auf der Ostseite des Bahnhofs befinden sich bereits in der Vorbereitung, nun kommt auch Bewegung in die notwendige Übergangslösung für die Szene am Bremer Platz. Hier will die Stadt ein Wetterschutz-Provisorium errichten, wenn ab Anfang 2018 die Bagger rollen. Im nächsten Jahr ist darüber hinaus eine grundlegende Diskussion über die weitere Nutzung der Grünfläche geplant.

Mit dem Rückbau der Pergola auf der Grünfläche werde Anfang kommenden Jahres begonnen, teilte die Stadt am Freitag mit. Dieser Schritt ist notwendig, da die Bremer Straße im Zuge der Bauarbeiten auf der Rückseite des Bahnhofs übergangsweise Richtung Osten verschwenkt werden muss. In diesem Zusammenhang stellte sich die Frage, wie mit der dort vorhandenen “Szene” umgegangen werden soll. “Damit die Drogenkonsumenten und die Obdachlosen ihren Treffpunkt nicht ersatzlos verlieren, wird in unmittelbarer Nähe ein Wetterschutz-Provisorium erstellt”, heißt es dazu in der Pressemitteilung der Stadt.

Die Verwaltung regt zudem an, die Planungen für den Bereich auf der Bahnhofs-Rückseite auf die gesamte Grünanlage am Bremer Platz und die angrenzenden Straßen auszudehnen, damit ein abgestimmtes Gesamtkonzept für den öffentlichen Raum entwickelt werden könne. Dies solle für ein “verträgliches Nebeneinander” der Anwohnerinnen und Anwohner, der Drogen- und Obdachlosenszenen am Bremer Platz und anderer Nutzergruppen sorgen. Bausteine des Gesamtkonzeptes fasse die Beschlussvorlage “Quartiersentwicklung Hauptbahnhof” zusammen, die ab 21. November in den Ratsgremien vorberaten und am 13. Dezember im Rat beschlossen werden soll.

Quartiersmanagement geplant
Ideen für die Neugestaltung des zukünftigen Stadtraumes am Bremer Platz sollen demnach im nächsten Jahr in einer Planungswerkstatt entwickelt werden. Diese biete den Bürgerinnen und Bürgern, den Anwohnerinnen und Anwohnern sowie den verschiedenen Nutzergruppen des Bremer Platzes die Möglichkeit, im Austausch mit Fachleuten der Stadtverwaltung und externen Experten ihre Vorstellungen zu formulieren. Vorgesehen ist, dass drei Landschaftsarchitekturbüros Planungen erarbeiten und zur Diskussion stellen. Die Planungswerkstatt werde als “dialogorientiertes Beteiligungsverfahren” durchgeführt.

Ein professionelles Quartiersmanagement für den Stadtraum Hauptbahnhof soll die Umsetzung der Planung begleiten. Als vor Ort präsente Anlaufstelle für alle Menschen im Viertel informiert das Quartiersmanagement über vorgesehene Planungen, vermittelt zwischen den Interessen der Anwohner, der Szenen und der Institutionen vor Ort und moderiert bei Konflikten. Diese sozialraumbezogene Arbeit soll in enger Abstimmung mit dem Runden Tisch erfolgen, der für die Quartiersentwicklung Bahnhof und Bremer Platz eingerichtet wird. Der Runde Tisch dient vor allem der Abstimmung mit den sozialen Trägern vor Ort (Indro, Haus der Wohnungslosenhilfe, Bischof-Hermann-Stiftung, städtische Drogenhilfe usw.).

Für das Quartiersmanagement sollen zunächst auf fünf Jahre befristet 1,5 Vollzeitstellen bei der Stadt geschaffen werden. Außerdem soll der städtische Service- und Ordnungsdienst (SOS) so ergänzt werden, dass die Präsenz des SOS im Umfeld des Hauptbahnhofs mit einer Doppelstreife im Zwei-Schicht-System ausgebaut werden kann. Kostenpunkt für die SOS-Aufstockung: rund 370.000 Euro pro Jahr.

Baubeginn im zweiten Quartal
Der Inverstor Landmarken AG plant, ab dem zweiten Quartal 2018 mit den Bauarbeiten für den dreiteiligen Gebäudekomplex am Bremer Platz zu beginnen. Wohnungen, Büros, Geschäfte sowie ein Hotel und eine Radstation sollen dort untergebracht werden. Demnächst werden erste Vorarbeiten ausgeführt: Leitungen werden verlegt, eine Baustraße entsteht. Wenn die Gebäude stehen, kann sich die Neugestaltung des Bremer Platzes ab 2021 anschließen. Neue Spiel- und Sportbereiche, aber auch Rasen- und Wiesenflächen könnten beispielsweise die Funktion als Quartierspark stärken. Der Baumbestand wird als grüne Lunge der Stadt erhalten bleiben.