Münster

B-Side: Das große Ziel zum Greifen nah

Kühner Traum oder ambitioniertes Projekt? Nach über zwei Jahren Arbeit wird im November über die Zukunft der B-Side entschieden. Doch bevor das erforderliche Geld vom Land fließt, muss die Initiative noch 100.000 Euro auftreiben.

In knapp acht Wochen ist Deadline. Und bis dahin gibt es noch jede Menge zu tun. Insofern verwundert es nicht, dass in diesen Tagen an der B-Side  geschäftiges Treiben herrscht. Arbeitsgruppen sitzen zusammen, planen, organisieren. Das B-Side-Festival muss schließlich auch noch auf die Beine gestellt werden, bevor die entscheidenden Momente für das Projekt anstehen. Eine Portion Optimismus tut da gut und genau die verströmt Tobias Stroppel. Er ist einer der Geschäftsführer der B-Side GmbH. Der mit dem Blick fürs Ganze. Und die Kalkulation besagt: Bis Ende September benötigt der Trägerverein noch 100.000 Euro. “Ich bin optimistisch, dass wir das schaffen”, sagt Stroppel. Kurz vor dem Interviewtermin waren die Kreditgeber 122 und 123 vorstellig geworden. Schon wieder ist die Lücke ein kleines Bisschen geschrumpft.

Zahlen spielen eine große Rolle in diesen entscheidenden Tagen. Auch wenn an der Nordseite des Stadthafens keine Krawattenträger mit BWL-Master ein- und ausgehen, so ein Projekt will nicht nur genau geplant, sondern auch professionell gemanagt sein. Rund fünf Millionen Euro werden benötigt. 30 Prozent muss die B-Side selbst organisieren. Hat sie am Quartalsende die angesetzten 500.ooo Euro aus den Direktkrediten zusammen, müssen nur noch die Banken überzeugt werden, ihrerseits einen Kredit zu geben. Zusammen mit Eigenleistungen und Spenden soll so eine weitere Million zusammenkommen. Zehn Prozent hat die Stadt zugesagt. Derzeit, verrät Stroppel, laufen Gespräche über eine Verdoppelung des kommunalen Zuschusses.

Entscheidung über B-Side-Förderung im November

Zeitgleich nimmt die B-Side die Werbetrommel wieder in die Hand, um auf die fehlenden 100.000 Euro aufmerksam zu machen. “Das ist ambitioniert, aber ich glaube daran”, gibt sich Stroppel, im Hauptberuf Referent bei der hiesigen SPD, zuversichtlich. Und er sieht gute Argumente auf der Seite der B-Side: Die Initiative lockt mögliche Geldgeber mit einer Verzinsung von 1,5 Prozent. Da kann das gute, alte Sparbuch momentan nicht mithalten. Mario Draghi lässt grüßen.

Läuft alles nach Plan, wären die 30 Prozent Eigenanteil, die das Land NRW fordert, im Sack. Düsseldorf hat drei Mio. Euro in Aussicht gestellt – und schon sind die notwendigen fünf Mio. Euro für Sanierung und Bau zusammen. Im November wird der Beirat des Landesprojekts “Initiative ergreifen” zusammensitzen und darüber befinden, ob die B-Side einer Förderung würdig ist.

Stroppel ist optimistisch, auch diese Hürde zu nehmen. Die Bewerbung um eben jene Förderung ist ein mehrstufiger Prozess, der vom Ministerium begleitet wird und nun bereits zwei Jahre andauert. Aus der Landeshauptstadt habe es seither “positive Signale” gegeben. Der Beirat als entscheidendes Gremium wird in Kürze nach Münster kommen, um sich die B-Side und das Hansaviertel ansehen. “Initiative ergreifen” hatte 2003/2004 bereits das Atrium in Kinderhaus gefördert.

So soll die B-Side künftig aussehen (Grafik: B-Side).
So soll die B-Side künftig aussehen (Grafik: B-Side).

Derweil hat die B-Side die Planungen für die Bauarbeiten vorangetrieben. Nach einer Ausschreibung hatte das Architektenbüro Böll den Zuschlag erhalten für die Planung des neuen Hill-Speichers, in dem künftig auch der Ruderverein unterkommen soll. “Jetzt können wir auch Bilder zeigen”, sagt Stroppel. 30 Prozent der Fläche sollen künftig vermietet werden, am liebsten an Unternehmen aus dem sozialen Bereich. Coworking-Spaces, Kultur, Gastronomie, Werkstätten, Urban Gardening, die B-Side soll bunt werden, offen für alle und damit ein weithin sichtbarer Farbklecks im allzu aufpolierten Hafengebiet.

Bis dahin wird noch einige Zeit vergehen. Die Planung steht bereits, im kommenden Frühjahr soll der erste Spatenstich erfolgen. Dann sind es nicht einmal zwei Jahre bis zur offiziellen Eröffnung im Frühjahr 2021. Dafür braucht es nur noch 100.000 Euro und einen positiven Bescheid aus Düsseldorf.

Informationen zum Projekt und zur Schwarmfinanzierung findet ihr hier.


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